Bettlach

Bettlacher Bierfreunde feiern zusammen «ihr» Bier

Das Bettle-Bierfest hat sich bereits einen festen Platz in der Bettlacher Kulturagenda erobert. Bierfreunde treffen sich, um das von Hand gebraute Bier zu testen.

Am Freitagabend war Bettlach farbenblind. Zumindest politisch, denn da sah man rund um die Zähnteschür fast den gesamten Gemeinderat, von links bis rechts, und alle nahmen an diesem lauschigen Abend die Welt in einem warmen Goldton wahr, gekrönt mit einem kleinen, weissen Schäumchen.

Die Gemeindearbeiter in ihren orangefarbigen Überkleidern, die Bettlach zu einem schön herausgeputzten Dorf machen, gehörten zu den Ersten, die sich am zweiten «Bier-Obe» des Vereins der Bierfreunde Bettlach zum verdienten Feierabendbier hinsetzten. Am Tisch daneben gönnten sich ein paar «In-Schale-Geworfene» einen Becher. Und auch denen, die Bettlach zu einer reichen Gemeinde machen, schmeckte es. «Leicht, bekömmlich, und mit erfrischendem, kräftigem Hopfengeschmack.» So lässt sich der Tenor der Bierkenner aus allen politischen Lagern und sozialen Schichten zusammenfassen.

Kräftiger Hopfen

Dieses Jahr war das Bettle-Bier etwas bitterer als sonst. «Der Hopfen war viel kräftiger», erklärte Thomas Varrin, Brau-Ingenieur und Präsident der Bettlacher Bierfreunde. «Obwohl wir das wussten und weniger Hopfen verwendeten, prägt er diesmal den Geschmack. Wir brauen eben in Handarbeit, und so kommt das Bier jedes Jahr ein wenig anders heraus.»

Angefangen hat alles mit einem Kurs in der Solothurner Brauerei «Öufi»-Bier. Dann wendeten die sechs Bettlacher Bierfreunde vor zwei Jahren ihre Kenntnisse an, um für das «Bettle-Fest» ein «Bettle-Bier» zu brauen. Die rund 450 Liter waren am ersten Abend weggetrunken. «Die Leute waren begeistert, und so haben wir uns entschlossen, einen eigenen Bierabend zu organisieren», blickt Varrin zurück. Auch dort war schnell alles weggetrunken. Für den zweiten Bierabend wurde deshalb in der Grenchner Brauerei «Granicum» bereits zweimal ein Biersud angesetzt und die Menge auf rund 850 Liter verdoppelt.

Jedes Jahr wiederholen

«Zusammensitzen und es gemütlich haben. Das ist Kultur. Bierkultur.» So beschreibt Thomas Varrin den Sinn und das Ziel des kleinen Bierfestes. «Eine kommerzielle Bierproduktion ist nicht unser Ding. Wenn am Ende ein kleiner Gewinn übrig bleibt, dann machen wir damit ein kleines Vereinsreisli.»

Die Bettlacherinnen und Bettlacher haben die Botschaft der Bierfreude gehört. Die Festbänke waren den ganzen Abend gut gefüllt und die Stimmung freundschaftlich bis gut nachbarschaftlich. Den ersten Freitag des Monats Juni dürfen sie sich für die nächsten Jahre bereits jetzt in der Agenda reservieren: Das Bettle-Bierfest hat sich nach nur zwei Austragungen bereits diesen festen Platz in der Bettlacher Kulturagenda erobert.

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