Gemeinderat Bettlach

Bettlach beteiligt sich am neuen Skilift auf dem Berg

Sanne Hummel, Skilehrerin des Skiklub Selzach, war im Februar 2018 mit ihrem jüngsten Schüler am alten Schlepplift, dem "Häntschfrässer": Andrin war gerademal 3 Jahre alt.

Neuer Tellerlift soll den Kinderschlepplift ablösen

Sanne Hummel, Skilehrerin des Skiklub Selzach, war im Februar 2018 mit ihrem jüngsten Schüler am alten Schlepplift, dem "Häntschfrässer": Andrin war gerademal 3 Jahre alt.

Der Gemeinderat steht hinter dem neuen Kinderskilift auf dem Grenchenberg und spricht einen einmaligen Beitrag von 15'000 Franken.

Noch die nächste Wintersaison ist der «Häntschefrässer» auf dem Grenchenberg in Betrieb. Dann heisst es definitiv Aus für den kleinen Kinder-Schlepplift, dessen Betriebsbewilligung bereits verlängert wurde.

Die Skilift Grenchenberg AG plant einen neuen Lift (wir berichteten), dessen Talstation oberhalb des Restaurants Untergrenchenberg gebaut werden soll und der entlang des Waldrands bis zur Abbügelstation des bestehenden grossen Lifts führen wird. Kostenpunkt: 575 000 Franken, inklusive einer Pistenbeleuchtung, die Nachtskifahren auch auf dieser Piste erlaubt. Die Vorabklärungen mit dem Kanton – der auch für Erwachsene geeignete Tellerlift kommt in der Juraschutzzone zu stehen – seien bis jetzt positiv verlaufen, erklärte Pascale Ris, Finanz- und Medienverantwortliche der Skilift Grenchenberg AG, die dem Bettlacher Gemeinderat das Geschäft präsentierte. Die AG betreut die Liftanlagen im schneesichersten Skigebiet der Region seit 60 Jahren. In den letzten 25 Jahren gab es nur zwei Wintersaisons, in denen die Lifte nicht in Betrieb waren. Geplant sei, die Finanzierung bis Ende 2019 zu sichern, im Frühling bis im Herbst 2020 zu bauen und den neuen Lift auf die Saison 20/21 in Betrieb zu nehmen.

Beiträge kommen von verschiedensten Seiten

Der Grenchner Gemeinderat hat bereits im Juni einen Beitrag der Stadt Grenchen von 295 000 Franken einstimmig bewilligt. Die Bürgergemeinde Grenchen beteiligt sich ebenfalls mit 25 000 Franken. Dazu kommen Eigenleistungen in der Höhe von 30 000 Franken, ein in Aussicht gestellter Beitrag aus dem Sportfonds in der Höhe von 95 000 Franken sowie ein Sponsoring der SWG von 50 000 Franken plus Spenden von Privatpersonen und Industriebetrieben, 20 000 Franken.

Für die Nachbarsgemeinden Bettlach, Selzach und Lengnau, deren Schulen und Einwohner das Skigebiet auf dem Grenchenberg in der Vergangenheit ebenfalls rege nutzten, beantragte die AG eine einmalige Beteiligung von je 15 000 Franken – Selzach hat die Zusage bereits erteilt, die Entscheidung Lengnaus steht noch aus.

Auch im Bettlacher Gemeinderat war man sich so weit einig, das Projekt sei gut und unterstützenswert. Die Fraktionen von SP, FDP und CVP betonten die positive, touristische Ausstrahlung des neuen Skilifts und das Plus für das Projekt «Jurasonnenseite». Alle lobten das Engagement für die Jugend und die Kinder, die auf dem flachen Gelände beim neuen Lift ihre ersten Abfahrten machen können. Nur SVP-Gemeinderat Patrik Gfeller erhob den Mahnfinger: Grundsätzlich finde auch er den neuen Skilift eine gute Sache. Doch angesichts der düsteren, finanziellen Aussichten für die Gemeinde – für nächstes Jahr drohe ein Minus von 1,3 Millionen – müsse man damit aufhören, hier und da Geld auszugeben, das man eigentlich nicht habe. «Irgendwo muss man anfangen zu sparen», so seine Meinung. Doch am Ende setzten sich die Befürworter durch: Mit 10 zu einer Stimme bewilligte der Rat den einmaligen Beitrag.

Von Solothurn Tourismus stiefmütterlich behandelt

FDP-Gemeinderat André von Arb bemängelte die schlechte Präsenz im Internet der regionalen Touristik-Attraktion Grenchenberge. Ein Umstand, den Pascale Ris bestätige. Zwar sei man mit Grenchen Tourismus gut vernetzt und habe gegenseitige Links auf die jeweiligen Homepages eingerichtet. Man tue, was finanziell drinliege. Aber leider müsse man immer wieder feststellen, dass die kantonale Dachorganisation KantonSolothurnTourismus das Skigebiet Grenchenberge des Öfteren «vergesse», wenn es um Winterangebote gehe. Im Fokus stehe stets der Weissenstein, alles, was weiter westlich liege, sei offenbar nicht so wichtig.

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