Bettlach
Bernhard Eicher lief in seinem 20. und letzten Silvesterlauf zum Sieg

20 mal gestartet, 19 mal gewonnen. Der Grenchner Bernhard Eicher hat den Silvesterlauf Bettlach in den letzten Jahren dominiert. Doch jetzt sei Schluss, meint er.

Andreas Toggweiler
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Silvesterlauf Bettlach mit Seriensieger Bernhard Eicher (mit Tafel), Rosmarie Zaugg (kniend rechts), Siegerin bei den Frauen und OK-Präsident Christian König (mitte stehend).

Silvesterlauf Bettlach mit Seriensieger Bernhard Eicher (mit Tafel), Rosmarie Zaugg (kniend rechts), Siegerin bei den Frauen und OK-Präsident Christian König (mitte stehend).

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Nachdem sich von der Entwicklung der Corona-Vorschriften her zeigte, dass der Durchführung des diesjährigen Bettlacher Silvesterlaufes nichts im Wege steht, habe man sich für ein Durchführung entschieden, erklärte im Vorfeld OK-Präsident Christian König seitens der Organisatoren.

Es wäre auch Schade gewesen: Es war nach einem Jahr Pause der 30. Silvesterlauf und Seriensieger Bernhard Eicher (44) kündigte an, zum letzten Mal dabei zu sein und künftig etwas kürzer zu treten. «Vor allem möchten wir auch einmal weg über Neujahr», erklärt Eicher.

Die Wetteraussichten entwickelten sich positiv und auch Brüggli-Wirt Hanspeter Kobel freute sich darauf, die Finisher ein letztes Mal am Ziel beim Bergrestaurant Oberes Brüggli zu empfangen: er hört Ende März nach 16 Jahren ebenfalls auf.

Jeder nimmt seine eigene Zeit

Die Mobilisation über Social Media gelang und so versammelten sich am Samstag einige Dutzend Silvesterläufer, um den Weg vom Schützenhaus Bettlach über den Bettlachberg und danach dem Fuss der Wandfluh entlang bis hinüber zum Restaurant Oberes Brüggli in Selzach unter die Füsse zu nehmen.

Wie immer gab es zwei Kategorien: Wanderer, die jeweils um 11 Uhr abmarschieren und Läufer, die die Strecke im Laufschritt zurücklegen. Sie messen zwar dabei ihre Laufzeit, aber ein Berglauf mit Wertung ist der Silvesterlauf Bettlach nicht - und will es auch nie werden. «Es ist ein Plauschanlass zum Jahresende», betont Christian König. Er schätzt, dass diesmal etwa 25 Läuferinnen und Läufer und gut 20 Wanderer teilgenommen haben.

Die Siegerehrung.

Die Siegerehrung.

Und wie gewohnt rannte nach rund 33 Minuten (etwa zwei Minuten über seinem Streckenrekord) der Grenchner Bernhard Eicher ins Ziel. Dort wurde er schon von seiner Gattin Anja mit Jubelrufen empfangen. Sie war normalerweise im Läuferfeld dabei, brach aber diesmal früher und ausser Konkurrenz auf. «Zum Schluss wollte ich Bernhard einmal richtig zujubeln im Ziel», erklärt sie lachend.

Eine Handvoll weitere Neugierige, und die Helfer vom OK begrüssten die Finisher mit Applaus. und dem traditionellen «Gemselitee». 19 Siege in 20 Läufen, das wird Bernhard Eicher so bald niemand nachmachen. Als Zweiter kam Andi Bucher aus Solothurn ans Ziel und als erste Frau Rosmarie Zaugg aus Solothurn nach rund 42 Minuten.

6 Kilometer, 650 Höhenmeter

Interessant am Silvesterlauf ist nicht nur die abwechslungsreiche, rund sechs Kilometer langen Strecke mit einem Anstieg von 650 Metern. Sie führt zuerst entlang der unbefestigten Bergstrasse bis hinauf zum Restaurant Bettlachberg. Danach wird die Strecke zuerst steiler und unwegsamer, bevor sie wieder in ein Flaches Stück mit teilweise spektakulärer Aussicht bis zur sogenannten «Gustihütte» hinüber führt. Dort war bis vor einigen Jahren noch das Ziel des Silvesterlaufes

Heute geht es von dort noch etwas weiter, über Stock und Stein, querfeldein - und Waldaus bis hinunter zum Restaurant Oberes Brüggli in Selzach.

Die schnellsten: Bernhard Eicher und Rosmarie Zaugg.

Die schnellsten: Bernhard Eicher und Rosmarie Zaugg.

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Auch wettermässig konnte man am Silvesterlauf in den letzten Jahren das ganze Programm haben. Strahlenden Sonnenschein, Regen, Schneetreiben oder Schneematsch. Die Bedingungen sind insbesondere für Läufer mitunter anspruchsvoll. Oft, wie auch diesmal, ist der Start im Nebel und das Ziel an der Sonne.

Gemselitee, gefällig?

Gemselitee, gefällig?

«Heute war es richtiggehend heiss. So was habe ich noch nie erlebt. Und im oberen Bereich, wo vor einigen Tagen noch kniehoch Schnee lag, war der Boden total matschig», berichtet Eicher zur Ausgabe 2021.

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