Kaufmännischer Angestellter, Polymechaniker oder doch lieber Mediamatiker? Die Wahl der Berufsausbildung ist eine wegweisende Entscheidung im jungen Leben von Oberstufenschülern. Um angehenden Lehrlingen eine Hilfestellung zu geben, fand am Samstag im Schulhaus Büelen zum zweiten Mal die Berufswahlmatinée statt. Die rund 80 Schülerinnen und Schüler der Abschlussklassen organisierten selbstständig im Rahmen ihrer Projektwoche eine Berufsmesse, wo sie, zusammen mit einem Vertreter der Firma, ihre zukünftigen Ausbildungsstätten vorstellen konnten.

«Der Anlass ist von Schülern für Schüler», sagt Alain Schelling, Klassenlehrer der Bettlacher Sek E und Initiator des Projekts. Das Zielpublikum waren die Schüler der 7. und 8. Klasse, um diese ersten Einblicke in die Fülle an Berufsmöglichkeiten zu gewähren.

Vom Schüler zum Lehrling

Für die «Neunteler» stellt die Matinee auch den Übergang vom Schul- ins Berufsleben dar. «Sie werden nun nicht mehr als Schüler, sondern bereits als Lehrlinge wahrgenommen», so Schelling. Aus diesem Grund haben sich viele auch gründlich herausgeputzt, um ihr Unternehmen adäquat zu repräsentieren. Doch es gab auch Vorbehalte, denn das Ganze berge für viele Schüler auch einen gewissen Stressfaktor, so der Sekundarlehrer weiter, schliesslich wolle niemand seinen Arbeitgeber blamieren.

Neu war dieses Jahr, dass, nebst den Klassen Sek E und B aus Bettlach, auch die drei Klassen der Sek E aus Grenchen mit dabei waren. Die Sek B aus der Uhrenstadt war nicht dabei, da diese ein eigenes Projekt verwirklichen. Die Einbindung der Grenchner Sek B sei aber eine von mehreren Zukunftsoptionen, sagt Schelling. Die meisten der über 50 Betriebe stammten aus der Region, aber nicht nur. Den weitesten Weg hatte dabei wohl die Firma Pilatus Flugzeugwerke AG hingelegt. Am Stand des bedeutendsten Schweizer Flugzeugherstellers mit Sitz in Stans (NW) informierten Philipp Walker und der Sekschüler Jonas über die Ausbildung zum Konstrukteur EFZ. «Das Projekt ist super, um vor Lehrbeginn schon mal mit dem Betrieb in Kontakt zu kommen», sagt der flugzeugbegeisterte Neuntklässler.

Ein grosser Vorteil der Berufsmesse sei auch, dass die Schüler hier weniger Hemmungen hätten mit den Betrieben in Kontakt zu treten, als bei einer herkömmlichen Bewerbung, erklärt Schelling. Ins gleiche Horn stösst auch der Stadtpräsident François Scheidegger. «Selbst grosse Firmen wie die ETA bekommen auf diese Weise ein Gesicht», so der Stapi. Das Konzept ging auf, denn einige Schüler nutzten die Gelegenheit und vereinbarten gleich vor Ort einen Schnuppertermin.