Berufsmesse
Berufsmesse IBLive 2012 ist eröffnet und meldet einen Teilnehmerrekord

Vor Prominenz aus Industrie, Gewerbe, Politik und Pädagogik wurde gestern die Berufsmesse der Stiftung Industrie- und Handelsverband Grenchen und Umgebung (IHVG) eröffnet. Bis am Samstag bietet sie vielfältige Übungsfelder für junge Menschen.

Daniel Trummer
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Eröffnung der IBLive Berufsmesse in der ETA Lehrwerkstatt
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Eröffnung der IBLive Berufsmesse in der ETA Lehrwerkstatt

Hansjörg Sahli

Absolut rekordverdächtig präsentiert sich die dritte IBLive. Hatten sich vor zwei Jahren noch 500 Schüler angemeldet, konnte Reto Kohli als Präsident der Stiftung IHVG eine Verdreifachung der angemeldeten Teilnehmer verkünden. In seiner Eröffnungsansprache liess er Bilder sprechen.

Die lange Strasse, auf Kilometer sichtbar und ohne Abzweigungen, diente ihm als Symbol der ehemaligen Berufsbildung, als die Lehre für ein ganzes Leben galt. Das nachfolgende Foto zeigte einen Autobahnkreisel mit Aus- und Einfahrten. «Wir haben eine neue Generation von Ausprobierern», bezeichnete Kohli die heutige Auffassung vom Lernen, Wechseln und Vertiefen.

Der Ingenieur hat als Mechaniker angefangen und der Berufsmaturand landet möglicherweise in einer Produktionsfunktion in der Industrie. «Ich rieche das Schmieröl», illustrierte Andreas Brand die Aussagen Kohlis. Der 62-Jährige hat als Maschinenzeichner begonnen und sich zum Ingenieur weitergebildet.«Es ist grossartig, was hier geboten wird», betonte er und sieht schon das Öl spritzen, wenn heute die Jugendlichen die Praxis erproben.

Bessere Anerkennung im Ausland

Brand sprach als Chef des Amts für Berufsbildung, Mittel- und Hochschulen des Kantons Solothurn und vertrat den Regierungsrat. «Es gälte sie zu erfinden, wenn es die Berufsbildung nicht gäbe», rühmte er die Ausbildungsbereitschaft der Unternehmen und sieht darin einen zentralen Pfeiler für den Erfolg der Schweizerischen Wirtschaft im globalen Wettbewerb. Damit die Schweizerische Berufsbildung im Ausland besser anerkannt wird, setzen sich Bund und Kantone ein.

«Unsere 8.-Klässler haben den Berufswahlunterricht bereits besucht», schildert Andreas Bigler, Schulleiter der Sekundarschule Lengnau, die Teilnehmenden, die sich für die Messe angemeldet haben. Er weiss, dass die Schüler profitieren werden. An drei Standorten, Lehrwerkstatt der ETA SA in Grenchen, im Werk der Synthes Bettlach und bei der Firma Stryker Osteosynthesis in Selzach können junge Menschen bis am Samstag verschiedenste Berufe kennenlernen.

Mit Rat und Tat zur Verfügung

Viele engagierte Berufsbilder stehen mit Rat und Tat zur Verfügung und gar die Berufsberatung wird für Jugendliche und Eltern vor Ort sein. Auf Interesse stiessen die Ausführungen von Hanspeter Rentsch, Mitglied der Konzernleitung «The Swatch Group». Er plädiert für Swissmade und Swissness. «Die Herkunftsbezeichnung ist im Exportmarkt von grosser Bedeutung», sagte Rentsch und sie beinhalte Qualitätsstandart und Zuverlässigkeit.

Falls in den eidgenössischen Räten Swissness und die dazugehörigen Verordnungen, 60% Schweiz muss drin sein, nicht durchkommen, ortet er eine veritable Katastrophe. «Die Schweiz darf nicht nur Dienstleister sein und Headquarters für die Produktion im Ausland beherbergen», lautet sein Credo. Er setzt sich für die bewährte und qualifizierte Berufsbildung in der Schweiz ein.

Iven Kessi hat wesentlich im Projekt IBLive mitgearbeitet, Kontakte zu Firmen und Schulen gepflegt und die Kommunikation koordiniert. Ein gutes Beispiel für die flexible Berufsfindung des 19-Jährigen, der in Bälde das Zahnmedizinstudium ergreifen wird.