Hoher Besuch beehrte den Grenchner Fasnachtsumzug. Gleich fünf ehemalige Karnevals-Prinzen (jedes Jahr wird ein neuer Prinz gekürt) und Mitglieder des Organisationskomitees («Comité») aus dem belgischen Arlon bestaunten und beklatschten das närrische Treiben.

Diese Stadt mit knapp 30000 Einwohnern liegt im französischsprachigen Wallonien in der Provinz Luxemburg. Sie gilt als eine der Hochburgen des karnevalesken Treibens, das 1979 so richtig neu lanciert wurde. Nicht weniger als 55 000 Zuschauer verfolgten letztes Jahr den Umzug. Auch andere Zahlen sind beeindruckend. 3500 Teilnehmer aus 11 Nationen konnte man 2014 begrüssen.

Internationale Beteiligung

Allerdings ist die «Grande Cavalcade» mit unserem Umzug kaum zu vergleichen. Zwar wird das einheimische Kulturgut durchaus auch geachtet, daneben setzt man aber eben vor allem auf Internationalismus. Deshalb sind auch ständig Delegationen des «Comités» sowie ehemalige Prinzen und Prinzessinnen unterwegs, um freundschaftliche Bande zu knüpfen und neue Gruppen anzuheuern.

So auch in der Schweiz. Besonders eng sind hier die Beziehungen zu den «Schnabuwetzern» aus Selzach. «Die gehören praktisch zur Familie», wird unisono erklärt. Die Würdenträger aus Belgien zeigten sich in Grenchen vor allem vom Betrieb um die Wagen herum, vom Miteinbeziehen des Publikums, beeindruckt.

Ein Gegenbesuch kann allen Fasnachts-Touristen übrigens empfohlen werden. Neben Tonnen von Konfetti werden in Arlon ebensolche Mengen Süssigkeiten verteilt. Und die haben Qualität. Arlon ist nämlich auch einer der Hauptsitze der Pralinenfabrik «Ferrero Rocher».