Repla Grenchen-Büren
Bekennt sich die Stadt Grenchen zu ihrer Regionalplanungsgruppe?

Die Repla Grenchen-Büren will Rückendeckung von der Stadt Grenchen, da sonst der Verein aufgegeben werden müsste. vom städtischen Standortmarketing, Kultur und Sport Aufgaben zu übernehmen, wäre eine Möglichkeit den Verein zu stärken.

Patrick Furrer
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Die Uhr der Regionalplanungsgruppe Repla GB tickt. Wird 2015 im Kanton Bern die Regionalkonferenz Seeland gegründet, verliert der Verein die Kernaufgabe der kantonsübergreifenden Planung.

Die Regionalkonferenzen

Regionalkonferenzen sind gemeindeübergreifend für die regionale Richt-, Gesamtverkehrs- und Siedlungsplanung, deren gegenseitige Abstimmung, die Kulturförderung und die Regionalpolitik zuständig. Im Kanton Solothurn wurde die Schaffung vorerst verworfen. Für die Bernischen Gemeinden der Regionen biel.bienne, Grenchen-Büren, Jura-Bienne und Centre-Jura ist die Regionalkonferenz Biel-Seeland-Jura bernois vorgesehen. (fup)

Alles, was bleiben würde, ist die Planungsverantwortung für die Mitgliedergemeinden Grenchen und Bettlach und die weiteren Dienstleistungen wie Anti-Litteringaktionen, Flugbewegungskontrollen rund um den Flughafen oder die Förderung ökologischer Vernetzungsflächen (ÖQV). Zuwenig, um die Repla mit ihrer heutigen Organisations- und Finanzierungsstruktur zu erhalten. «Die Frage ist: Stärken wir uns als Dienstleistungsbetrieb oder geben wir den Verein auf», fasst Konrad Schleiss, Präsident der Repla GB, zusammen.

Die Planungsregion der Repla umfasst heute das Gebiet der neun Mitgliedergemeinden, von Bettlach bis Meienried und Leuzigen. Grösstes Mitglied ist die Stadt Grenchen.

Vertrauen in Grenchen geschwächt

Doch gerade die Zentrumsgemeinde hat sich nicht immer stark genug gemacht für «ihre» Regionalplanungsgruppe, finden einige Vertreter. Eine aktuelle Interpellation der FDP unterstreicht dies. Konkret wird gefragt: Wie wichtig ist der Stadt die Repla und die kantonsübergreifende Zusammenarbeit mit den Berner Gemeinden? Die Politik soll Farbe bekennen. Wie eine Umfrage in weiteren Mitgliedergemeinden zeigte, wollen sich diese über eine spätere Zusammenarbeit mit der Repla GB nur Gedanken machen, wenn auch Grenchen sich mit einem klaren Statement zum Verein bekennt.

Der Vorstoss wurde von Gemeinderat Reto Mosimann nach Absprache mit dem Vereinspräsidenten und FDP-Parteikollegen Konrad Schleiss eingereicht. Dass in den Berner Gemeinden in Sachen regionale Zusammenarbeit das Vertrauen in Grenchen geschwächt ist, sei auch auf mangelnde Präsenz zurückzuführen. Wie eine Zusammenstellung alter Protokolle zeigt, trafen sich die Gemeindepräsidenten der Mitgliedergemeinden der Repla GB in den letzten drei Jahren beispielsweise fünf Mal zum gemeinsamen Austausch, den Gemeindepräsidentenkonferenzen. Der Stadtpräsident von Grenchen war allein 2010 und 2011 persönlich anwesend, danach wurden Stellvertreter entsandt. «Das wurde in den Berner Gemeinden teilweise als Affront empfunden», sagt Konrad Schleiss, das habe er in Einzelgesprächen erfahren.

Die Repla GB

Der Verein Regionalplanung Grenchen-Büren (Repla GB) besteht seit 1965. Seine Gründung geht zurück auf die Suche nach einer geeigneten Linienführung für die Autobahn A5. In den letzten 10 Jahren hat die Repla ihr Aufgabengebiet ausgedehnt und ist zu einem Entwicklungs- und Förderverband geworden. Mitgliedergemeinden sind Grenchen, Bettlach, Büren, Lengnau, Leuzigen, Arch, Rüti, Oberwil und Meienried. (fup)

Hat Standortmarketing versagt?

Enttäuscht sind einige Gemeinden auch von der Zusammenarbeit mit dem städtischen Standortmarketing, Kultur und Sport. Das in die Krise geratene SMKS, dessen Fortbestand infrage gestellt wird, hatte bereits in der Projektphase 2006 bis 2008 von Gemeinden, Wirtschafts- und Gewerbevertretern Unterstützungsbeiträge erhalten, auch von den Gemeinden Lengnau und Arch. Als das Standortmarketing mit dem Amt für Kultur zusammengelegt wurde und zur Dienststelle SMKS wurde, wurden für 2009 bis 2011 Verträge über weitere drei Jahre abgeschlossen.
So teilte Lengnau 2005 mit, dass durch diese Zusammenarbeit die Vorzüge der Seeländer Gemeinde und der Region besser vermarktet werden sollten. Dann aber die Ernüchterung: Weil der Nutzen zu gering war, stoppte Lengnau die Zahlungen ab 2012. Schneller noch ging es in Arch: Bereits nach der ersten Zahlungsphase wurden die Zahlungen ans SMKS eingestellt. «Das Kosten-Nutzen-Verhältnis stimmte eindeutig nicht», sagt Gemeindepräsident Christian Röthlisberger.

Beide Gemeinden wollen die Marketingaufgaben nun in Eigenregie und in Zusammenarbeit mit den Burgergemeinden lösen. Die Auswirkung auf das SMKS selbst zeigt ein Blick ins Budget der Stadt: Für 2013 wurden nur noch 9000 statt, wie bis 2012 15 000 Franken budgetiert. Finanzverwalter David Baumgartner relativierte allerdings auf Nachfrage, dass beabsichtigt sei, «nach noch zu tätigenden Verhandlungen mit den Partnern auf die gleichen Werte zu kommen wie in den Vorjahren».

Was gerade die Repla GB daran besonders interessiert: Gemäss Statuten gehört das regionale Standortmarketing ebenfalls zum Zweck des Vereins. Ein Schulterschluss mit dem SMKS scheiterte aber früh. Das Standortmarketing mit einer «neuen» Repla zu intensivieren und damit aus dem Aufgabenbereich der Stadt selbst auszugliedern, wäre daher eine Möglichkeit, die Dienstleistungspalette der Regionalplanungsgruppe zu erweitern.