Parktheater
Bekannte und unbekannte Weltstars bringen die Fünfziger Jahre zurück

In der szenischen Führung «Die wilden Fünfziger Jahren» rund um das Grenchner Parktheater werden die Zuschauer auf eine Reise in die Vergangenheit mitgenommen und erleben ein kurzweiliges Comeback der 1950er Jahre.

André Weyermann
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Szenische Auffuehrung 50er-Jahre
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Szenische Auffuehrung 50er-Jahre
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Szenische Aufführung «Die wilden Fünfziger Jahre» rund ums Parktheater
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Szenische Auffuehrung 50er-Jahre
Szenische Auffuehrung 50er-Jahre

Szenische Auffuehrung 50er-Jahre

Hans Ulrich Mülchi

Das ist wahrlich ein starkes Stück, welches die Gruppe Trittsiegel aus Iris Minders Theateratelier in Zusammenarbeit mit dem Kultur-Historischen Museum auf die Beine gestellt hat. Davon konnten sich die Zuschauer an der Vorpremiere der szenischen Führung «Die wilden Fünfziger Jahre» rund ums Parktheater überzeugen.

Programm Museumstag

10.15 Uhr: Podiumsgespräch
mit Überraschungsgästen zum
30-Jahr-Jubiläum des Kunsthauses Grenchen im Kunsthaus.
11.00 und 15.00 Uhr: Die Geschichte des Bachtelen mit Führung durch das Haus und Wissenswertes zu Mazzini.
11.00 Uhr und 14.00 Uhr: Führung des Künstler Archivs durch die Ausstellung Röthlisberger, vis-à-vis Grenchnerhof - Treffpunkt: Kultur-Historisches Museum.
11.00 Uhr: Uraufführung der szenischen Führung «Die wilden Fünfziger Jahre» beim Parktheater (bereits ausverkauft). Weitere Aufführungen folgen.
11.30 Uhr: Apéro-Rezepte von gestern, Kultur-Historisches Museum.
14-16 Uhr: Kinder-Kunst-Klub «Druckknöpfe» demonstriert Interessierten das Drucken.
14.00 bis 17.00 Uhr: Sich stylen wie ein Star der 50er-Jahre im Kultur-Historischen Museum. (rrg)

Die prächtige Naturarena bildet dabei eine eindrückliche Kulisse und unversehens ist der Zuschauende Teil dieser Epoche, die auch Grenchen geprägt und verändert hat. So machen wir Bekanntschaft mit unbekannten wie auch bekannten Personen und Persönlichkeiten aus unserer Geschichte, teilen die Sorgen, Ängste und Hoffnungen der einfachen Bevölkerung, um im nächsten Moment auf umjubelte Weltstars zu treffen, die aber beinahe ausnahmslos von innerer Zerrissenheit und Selbstzweifeln geplagt werden.

Als idealer Reisebegleiter führt Libero Belloni die Zuschauer an die verschiedenen Schauplätze. Der historische Belloni stammte aus Norditalien und hat in Grenchen für seine Arbeitskollegen in der Uhrenindustrie während der zwei Wochen Ferien im Sommer Reisen an Italiens sonnige Küste organisiert, ohne dabei nur einen Rappen an Provision oder Honorar für sich zu reklamieren.

Ammann versus Gewerkschafterin

Standesgemäss empfängt Stadtammann Adolf Furrer die Menge vom Balkon des neu errichteten Kulturtempels (Einweihung 1955). In den Zuschauerreihen macht sich derweil die Gewerkschafterin Olga Triebold (auch sie eine historische Figur) bemerkbar, die das alles schön und gut findet.

Aber man solle doch auch an die arbeitende Bevölkerung denken. Und überhaupt, dieser Steinhaufen gefalle bei weitem nicht allen. Olga Triebold steht stellvertretend für all die sogenannten «Öufi-Frauen», die Familie und Arbeit unter einen Hut zu bringen und doch nichts zu sagen hatten.

Nicht in der Familie und schon gar nicht in der Politik (1959 wurde das Frauen-Stimmrecht im Verhältnis 2:1 abgelehnt). Eine weitere starke Frau hat ebenfalls ihren Auftritt: Oberschwester Hanni Wegmüller, die sich um Patienten und Mitschwestern ebenso kümmert und daneben auch noch schaut, dass sich die Ärzte nicht überarbeiten.

Wir werden an Cocktail-Partys eingeladen, von Halbstarken mit ihrer «Negermusik» belästigt, erfahren, dass Uhrenkaufmann Edi Fiechter wegen einer harmlosen Fasnachts-Karikatur verklagt und vor einen Grenchner Uhrenpatron zitiert wurde und sind zu Gast bei Deutschlands erstem Fernsehkoch Clemens Wilmenrod. Schliesslich leiden wir mit einem Knaben mit, der als Kind einer armen Familie in den Ferien verdingt werden soll.

Natürlich und authentisch

André Weber, Esther Haudenschild, Miro Nardini, Nadja Rothenbühler, Olivier Ziegler, Saskia Braga, Susi Reinhart und Tom Muster verkörpern die verschiedenen Personen mit einer Natürlichkeit und Authentizität, die allergrössten Respekt verdient.

Wir begegnen aber auch (tragischen) Weltstars der Epoche: Dabei stellt Sandra Sieber ihr schauspielerisches Talent einmal mehr unter Beweis. Sie gibt eindrücklich eine Grace Kelly, deren Korsett als Fürstin sie zu ersticken droht, mimt eine von Tabletten und Alkohol schwer angeschlagene, nach Liebe dürstende Norma Jeane Baker, die als Marilyn Monroe (dem Präsidenten) zu gefallen hat, versucht als Romy Schneider den Fluch des Sissi-Images loszuwerden und brilliert schliesslich als Kunstfigur Marlene Dietrich.

Regisseurin und Autorin Iris Minder zeigte sich nach der Vorstellung zufrieden: «Es gibt zwar ein paar kleine Punkte, die ich mir als verbesserungswürdig notiert habe. Aber wir sind auf gutem Wege.» Wahrlich: Dieses starke Stück (Grenchner) Geschichte sollte man sich nicht entgehen lassen.

Aufführungsdaten und Reservation: www.museumgrenchen.ch oder Telefon: 032 652 09 79