Grenchen
Beim stillgelegten Wasserreservoir Hohlen entstehen 19 neue Genossenschaftswohnungen

Die Neue Wohnbaugenossenschaft Grenchen NWG «schenkt» sich zum 70-Jahr-Jubiläum zwei Mehrfamilienhäuser.

Oliver Menge
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V.l.: Ivo Erard, Architekt; Mario Chirico, Immobilien NWG; Doris Weber, NWG; Marcel Maurer, Vorstand NWG; Daniele Uddo, Ivo Erard Architekten, Bauleiter; Hans Zimmermann, Berger Bau; Sascha Dziagwa, Ivo Erard Architekten.

V.l.: Ivo Erard, Architekt; Mario Chirico, Immobilien NWG; Doris Weber, NWG; Marcel Maurer, Vorstand NWG; Daniele Uddo, Ivo Erard Architekten, Bauleiter; Hans Zimmermann, Berger Bau; Sascha Dziagwa, Ivo Erard Architekten.

Oliver Menge

Dort, wo sich das stillgelegte Wasserreservoir Hohlen befindet, sind letzte Woche die Bagger aufgefahren. Die älteste Wohnbaugenossenschaft Grenchens, die «Neue Wohnbaugenossenschaft NWG», baut dort zwei Wohnblöcke mit 19 Mietwohnungen und einer Einstellhalle. Je fünf Zweieinhalb-, Dreieinhalb- und Viereinhalbzimmerwohnungen sowie vier Attika-Viereinhalbzimmerwohnungen werden erstellt. «Die Wohnungen sind zwar im hochwertigen Segment angesiedelt und entsprechen einem Eigentumsstandard, aber sie bleiben bezahlbar», versichert Mario Chirico, Präsident der NWG. Das heisst konkret: rund 10–15% unter der Miete von vergleichbaren Objekten.

Reservoir wird abgebrochen

Für den Bau der beiden Blöcke wird das stillgelegte Reservoir zurückgebaut. Den nördlichen Teil belässt man laut Architekt Ivo Erard im Boden zur Hangabstützung. Eine Trafostation der SWG wird später versetzt. Der Bau erfolgt infolgedessen in zwei Etappen: Der östlich gelegene Block A ist bereits im Sommer 2020 bezugsbereit, Block B im Frühling 2021. Beheizt werden die Gebäude mit Gas, durch Solaranlagen auf den Dächern wird rund 20% der benötigten Energie selber produziert.

Den Ertrag reinvestieren

«Die Genossenschaft lebt und behauptet sich in einem umkämpften Markt», sagte Chirico anlässlich des Spatenstichs. Die NWG habe keine Shareholder und reinvestiere den Ertrag, den sie erziele. Momentan verfügt die Genossenschaft über rund 240 Wohnungen, davon 210 in Altbauten, die man nach und nach saniert und renoviert habe. «Über einen Leerwohnungsbestand können wir uns nicht beklagen, auch die Altbauwohnungen sind sehr gut vermietet», so der Genossenschaftspräsident.

Um eine Wohnung mieten zu können, ist die Mitgliedschaft in der Wohnbaugenossenschaft nicht mehr zwingend wie früher. Ohne Kauf von Anteilsscheinen ging damals gar nichts. Jetzt sei man da moderner eingestellt.

Antwort auf die Not

Die Neue Wohnbaugenossenschaft Grenchen entstand 1949. Mit dem wirtschaftlichen Aufschwung in der Uhrenindustrie in den frühen 50er-Jahren verschärfte sich die Situation auf dem Grenchner Wohnungsmarkt. Es herrschte akute Wohnungsnot. Man erstellte Notunterkünfte in der Alten Turnhalle, in Schulhäusern, Restaurants, im Alten Postgebäude, in Abbruchliegenschaften und Baracken. Das Modell Genossenschaftsbau mit günstigem Bauland der Gemeinde, Subventionen von Bund und Kanton, war ein wichtiger Bestandteil zur Lösung der damaligen Probleme. Nach der Gründung der Neuen Wohnbaugenossenschaft – der ursprüngliche Name «allgemeine Wohnbaugenossenschaft» wurde vom Handelsregisteramt aufgrund einer Einsprache nicht akzeptiert – baute die NWG alleine in den Jahren zwischen 1950 und 1960 Mehrfamilienhäuser mit insgesamt 188 Wohnungen und den Posten der Kantonspolizei an der Solothurnstrasse. (stadtwiki, om)

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