Grenchen
Beim Schachturnier liegt Konzentration in der Luft

Acht Nationen, 25 Minuten Bedenkzeit, keine Frau, aber 54 Männer im Alter von 14 bis 90: Ein Augenschein beim SoBa Rapidopen. Das Grenchner Schnellschachturnier ist eines der grössten im Kanton Solothurn.

Nadine Schmid
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Schachturnier Grenchen
16 Bilder
Sportliches Händeschütteln nach einer nervenaufreibenden Partie
Schachturnier Grenchen
Schachmatt.
Schachbretter so weit das Auge reicht
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Schach - 2 Personen, 0-99 Jahre
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Die Zeit läuft
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Bauernkrieg in Grenchen

Schachturnier Grenchen

Thomas Ulrich und Tina Dauwalder

Stille hat sich über den Saal im Parktheater gelegt. Jedes Geräusch ist vernehmbar. Es ist halb zehn, die erste Runde hat soeben begonnen. Die Spieler sitzen sich an drei Tischreihen gegenüber. Die Konzentration liegt in der Luft und ist deutlich zu spüren: Teilweise wird fast eine Minute überlegt, bis gezogen wird.

Beim fünfzehnten Baloise Bank SoBa Rapidopen traten 54 Teilnehmende aus Serbien, Frankreich, Tschechien, Deutschland, Montenegro, Armenien, Kroatien und der Schweiz gegeneinander in sieben Runden an. Darunter zwei Grossmeister, zwei internationale Meister und vier FIDE-Meister – FIDE ist der Weltschachbund –, die den Weg nach Grenchen fanden. Von dort gingen zehn Personen an den Start.

Amateure spielen gegen Profis

Mit einer Bedenkzeit von 25 Minuten pro Spieler und Runde gehört dieser Wettkampf zum Schnellschachturnier. Da es als Open ausgetragen wird, sind grundsätzlich alle Schachspieler zur Teilnahme berechtigt; Amateure können so gegen Profis antreten. Dennoch wird durch die Paarung Ausgeglichenheit geschaffen. Das System sieht nämlich vor, dass Verlierer gegen Verlierer und Gewinner gegen Gewinner antritt. Wer siegt, erhält einen Punkt, unentschieden gibt noch einen halben. Spätestens nach der dritten Runde treten dann potenzielle Siegesanwärter gegeneinander an. Obschon keine Teilnahmebedingungen gestellt würden, sind neunzig Prozent der Teilnehmenden Mitglied in einem Schachclub. Preise erhielten die besten Zehn.

SoBa Rapidopen: Die Rangliste

Stand nach der 7. Runde. 1. Jean-Noël Riff (GM, Porrentruy, Fra) 6.0 Punkte. 2. Mihaj Stojanovic (GM, Zürich Réti ASK, Srb) 6.0. 3. Olegi Spirin (IM, Cze) 5,5. 4. Vjekosla Vulevic (FM, Davos, Mne) 5,5. 5. Simon Schweizer (Bern Schwarz-Weiss, Sui) 5,5. 6. Christ Drechsler (Zürich Nimzowit, Sui) 5.0. 7. Branko Filipovic (IM, Birsfelden/beider Basel, Cro) 5.0. 8. Peter Thomi (Solothurn SK, Sui) 5.0. 9. Marcel Joray (Basel Roche) 5.0.

Auch in diesem Jahr keine Frauen

André Brunschwyler und Helmut Löffler vom Schachclub Grenchen, die den Anlass auch in diesem Jahr organisierten, sind mit der Teilnehmerzahl zufrieden, die sich mit ihren 54 in einem guten Bereich bewege, Rekord ist es aber nicht. Einmal hätten auch schon siebzig mitgemacht. Lediglich schade sei, dass in diesem Jahr erneut keine Frauen mitgemacht hätten. Gründe dafür gebe es keine, die Schachwelt stünde jedem offen. Dafür machten in diesem Jahr vier Junioren mit.

Das Schach-Open, das zu einem der grössten Schachturniere im Kanton Solothurn gehört, zog auch in diesem Jahr mehrere Generationen an, wobei es einen Altersunterschied von fast achtzig Jahren zu verzeichnen gab: Der jüngste Spieler war vierzehn Jahre alt, der älteste neunzig.

Grossen Dank sprechen die Turnierleiter der Baloise Bank SoBa aus. «Ohne ihre Unterstützung könnten wir dieses Turnier nicht durchführen», erklärt Brunschwyler.

Im Schach wird die Spielstärke über Punkteskalen verglichen. Vier der gestrigen Teilnehmer sind in der internationalen Punkteskala ELO gelistet. Spirin Oleg (Tschechien) führte unter den Teilnehmenden in der ELO-Wertung mit 2475 Punkten.