Zum 23. Mal trafen sich am Dienstagmorgen bei Kälte und Nebel rund zwei Dutzend Laufbegeisterte jeden Alters zum traditionellen «Bettle Silvesterlauf». Man trifft sich hauptsächlich aus Spass am Laufen und um Kameradschaften zu pflegen. Aber auch um sich nach den Festtagen wieder in Form zu bringen. «Eine Grundidee des Bettlelaufs ist, den Speck, den man sich während der Feiertage zugelegt hat, wieder loszuwerden», sagt Organisator Christian König lachend.

Besonders junge Teilnehmer waren am diesjährigen Lauf in grösserer Zahl erschienen. Diese Tatsache erfreut auch den Organisator. «So viele Junge wie dieses Jahr hatten wir noch nie, es scheint, dass die Zukunft des Laufs somit gesichert ist», sagt König. Um 12 Uhr erklang der Startschuss und die Teilnehmer nahmen die fünf Kilometer lange Strecke vom Schützenhaus auf den Bettlachberg und über die Wasserscheide bis zum Oberen Brüggli in Angriff.

Ihnen vorausgegangen waren eine Stunde zuvor bereits die Wanderer. Obwohl sie die Strecke sicherlich ruhiger angingen als die Läufer, so waren sie dennoch nicht weniger ehrgeizig. «Hauptsache, vor den ersten Läufern oben ankommen», gaben sich einige Wanderer kämpferisch. Oben beim Ziel warteten bereits die Helfer und kochten «Gemselitee» am offenen Feuer, um die ankommenden Teilnehmer nach den Strapazen des Berglaufs wieder zu stärken und aufzuwärmen.

Eicher realisiert Bestzeit

Nach einer guten halben Stunde konnte man dann auch schon den ersten Läufer erblicken, der in die schneebedeckte Zielgerade einbog. Es war Bernhard Eicher, der den Lauf nun schon zum dreizehnten Mal gewonnen hat. Der Seriensieger gab sich sichtlich zufrieden ob seiner Laufzeit von gerade einmal 35 Minuten. «Ich denke, das ist neue Bestzeit», sagt Eicher. Doch der Sieg war hart umkämpft, denn Christoph Nenniger war ihm dicht auf den Fersen. «Es war knapp, nur 20 Sekunden haben gefehlt», so der Zweitplatzierte.

Auch bei den Frauen gab es heuer keine Überraschungen. Die Biberisterin Irène Gfeller schaffte es, wie in den letzten Jahren auch, als Erste ins Ziel zu gelangen, und konnte somit ihren Titel souverän verteidigen. Trotz des anfänglichen Nebels waren die Wetterbedingungen dieses Jahr für die Teilnehmer zufriedenstellend. «Bis zum Bettlachberg ging dank Schatten alles wunderbar, erst von oben herab wurde es schwieriger», erklärt Eicher. «Aber wir hatten definitiv schon schlimmere Jahre.»

Die familiäre Atmosphäre, die beim Bettlacher Silvesterlauf herrscht, wird sehr geschätzt. «Hier hat es 30 bis 40 Leute und man kennt einander, im Gegensatz dazu wäre ein Lauf wie der GP von Bern mit 10 000 bis 15 000 Teilnehmern überhaupt nichts für mich», so Eicher weiter.

Keine offizielle Zeitmessung

Auch Christian König, der die Organisation vor drei Jahren von seinem Bruder Urs König übernommen hat, mag die Grösse seines Silvesterlaufes, so wie sie ist. Keinesfalls sei es das Ziel, dass die Teilnehmerzahl jedes Jahr steige und man immer mehr wachsen wolle. So wird auch auf eine offizielle Zeitmessung verzichtet und keine explizite Werbung gemacht. «Wir sind kein Konkurrenzlauf, die Leute, welche hier teilnehmen, machen dies des Plausches wegen», sagt König. Wichtiger als Rangliste und Preise sei beim «Bettle Silvesterlauf», die Natur zu geniessen.

Zu gewinnen gab es dann aber doch etwas, und zwar auch dieses Jahr wieder für die ersten drei Frauen und Männer einen Gutschein für ein Essen im Restaurant Oberes Brüggli.