Sommerserie Grenchen
Bei schönem Wetter zieht es die Grenchner zum Flughafen

Wo sind die Grenchnerinnen und Grenchner nach Feierabend oder am Wochenende? Ein beliebter Ort ist am Rand der Piste des Flughafen Grenchen und auf dem grossen Kinderspielplatz. Dort erleben Familien erholsame Sommerstunden.

Nadine Schmid
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Ein Flugzeug auf der Piste
9 Bilder
Sonniger Tag auf dem Flugplatz Grenchen
Regelmässig hier: Die Wyssenbachs mit Freunden, Verwandten und Kindern.
Manche haben die Kamera dabei
Der Kinderpspielplatz ist ein Anziehungpunkt
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Ein Flugzeug auf der Piste

Nadine Schmid

Der Flughafen ist ein beliebter Aufenthaltsort - und das auch bei Grenchnern, wie zwei Besuche am Airport zeigten. Ob nur, um eine kurze Verschnaufpause einzulegen oder um länger zu verweilen: Die Grenchner kommen tagtäglich, viele vor allem auch, weil schönes Wetter ist.

Es ist Nachmittag, und es ist heiss. Manche Besucher gönnen sich ein Eis oder ein Getränk, die Kinder tummeln sich mit ihren erwachsenen Verwandten beim Spielplatz, und andere zücken ihren Fotoapparat, um gerade noch einen Schnappschuss von einem startenden Flugzeug zu schaffen. Der Flughafen ist ein beliebter Treffpunkt, auch für Carmelo Cantella, der mit Ehefrau und Enkeln fast immer am Mittwochnachmittag vorbeikommt. «Wir sind vor allem hier wegen des Spielplatzes. Dieser ist für die Kinder einfach einmalig», meint er, während er mit einem Lächeln seine spielenden Enkel betrachtet.

Den Fliegern zuschauen

Ebenso die Wyssenbachs gehören zu den Grenchnern, die regelmässig beim Flughafen anzutreffen sind. Jeden Samstag kommen sie bei sonnigem Wetter nach dem Einkaufen mit Freunden und anderen Verwandten zu ihrer «Standardbeiz». Dabei nehmen sie alle auch ihre Kinder mit. «Uns gefällt es hier: Es hat eine gemütliche Terrasse, man kann den Flugzeugen zuschauen und der Spielplatz ist für die Kinder einfach grossartig», erklärt Silvan Wyssenbach.

Wo sind die Grenchner?

Wo sind die Grenchnerinnen und Grenchner nach Feierabend oder am Wochenende? Die Innenstadt ist jedenfalls oft leer. Sind sie alle ausgeflogen oder hocken daheim auf dem Sofa? - Mitnichten. Viele Einwohner sind Outdoor-orientiert und bewegen sich deshalb am Rande der Stadt: an der Aare, am Flughafen, auf dem Berg oder im Schrebergarten. In unserer Sommerserie spüren wir einigen Plätzen nach, wo es die Bevölkerung in der Freizeit hinzieht. In der heutigen Ausgabe besuchen wir Restaurant und Spielplatz am Flughafen. (RRG)

Samira, eines der Kinder, mag es wie auch die anderen, dort zu spielen. Das Flugzeugmodell, in das man steigen kann, hat es ihr besonders angetan. Doch sie zeigt ebenfalls Faszination zum Fliegen: «Ich finde die Landung und den Abflug spannend und ich würde gerne einmal fliegen», verrät sie mit glänzenden Augen.

Etwas abseits vom Spielplatz, nahe der Landebahn, wartet Tina Schurter aus Arch mit ihrem Hund. Sie holt ihren Freund ab, der einen Flug gemietet hat und von Locarno gestartet ist. Dabei landet er zum ersten Mal in Grenchen. Da das Paar in Arch wohnt, hört es den Fluglärm gut, doch das stört Tina Schurter nicht: «Diese Geräusche versetzen mich ein wenig in Ferienstimmung», erklärt sie mit einem Schmunzeln. Dann wird ihre Miene nachdenklich und sie fügt hinzu: «Es ist etwas Aussergewöhnliches, einen Flughafen hier zu haben. Das macht diese ländliche Region weltoffen.»

Ein Kommen und Gehen

Ab Frühling kommen mehr Gäste zum Flughafen, sobald die Terrasse offen steht und es wärmer wird. «Im Sommer verweilen manche wegen der Ferienzeit länger, da sie mehr Zeit haben; sie kommen zum Beispiel nach dem Schwimmen in der Badi oder der Aare, um etwas zu essen. Aber es herrscht auch ein reges Kommen und Gehen», stellt John Traub fest. Dabei ist für den Geschäftsführer ein wichtiger Punkt, dass der Flughafen auf der Route zur Aare liegt: «Viele kommen auch mit dem Fahrrad und legen hier eine kurze Pause ein, ehe sie dann weiterfahren.»

Schon fast Tradition

Bruno Sauvain und Toni Köhli gehören jedoch nicht zu denjenigen, die nur kurz vorbeischauen: Oft finden sie sich mehrmals täglich beim Flughafen ein; angefangen jeweils mit dem Apéro, welchen sie sich zusammen mit zehn bis fünfzehn Freunden jeden Vormittag gönnen. Beide sind in Grenchen aufgewachsen und sind mit dem Fliegen in Berührung gekommen: «Ich habe einmal die Flugschule angefangen und als Technikliebhaber fliege ich Modellflieger», erklärt Bruno Sauvain.

Toni Köhli sass jedoch noch nie selber am Steuer in der Luft, dafür ist er aber auch schon in Flugzeugen mitgeflogen: «Ich war zum Beispiel einmal in einem Segelflieger. Das Dahingleiten und das Rauschen war einfach herrlich», erinnert er sich. Beim Flughafen ihre Zeit zu verbringen, ist für die beiden Pensionierten nicht mehr wegzudenken: «Es gibt immer wieder interessante Gespräche, zum Beispiel mit Piloten, man trifft allerhand Leute hier, es ist einfach ideal zum Abmachen», erklärt Köhli. Sauvain nickt und stellt klar: «Ja, hier ist immer etwas los, und das ist eben das Spannende.»

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