Das Wetter hat gehalten, was der Wetterbericht versprochen hatte – es blieb nicht trocken am Donnerstagabend. Genauso wenig trocken, wie manche fasnächtliche Kehle, die bereits schon früh am Morgen nach der Chesslete und dann den ganzen Tag über immer wieder kräftig benetzt wurde. «Jetzt ist Fasnacht, und ich bin halt ab heute dem Alkohol verfallen», meinte ein Fasnächtler im «Krebs» mit glänzenden Augen.

Pünktlich zur Überführung des Froschwagens mit Polizeieskorte zum Zytplatz – da das Gefährt nicht am Umzug mitfahren durfte, wurde es dort platziert – um Viertel vor sieben, setzte der Regen ein. Aber weder der Regen noch der kalte, böige Westwind hielten die Fasnächtler davon ab, ihre eigens für den Nachtumzug hergestellten oder umgebauten und beleuchteten Wagen dem Publikum zu präsentieren. Denn schliesslich will man aus dem erstmals durchgeführten Nachtumzug, der den bis dato üblichen Fackelumzug ersetzt, einen festen Bestandteil der Grenchner Fasnacht machen.

In Tat und Wahrheit waren es dann zwar nur deren drei plus die Laterne der Cocoloris, aber auch die Guggenmusiken hatten sich extra mit farbigen Lichterketten geschmückt und boten ein wirklich schönes Bild im strömenden Regen.

Ober Tommy Meister führte den Umzug an, er thronte auf der Hebebühne eines dekorierten Traktors – und wurde wirklich nass. Der Schirm, den er bei sich trug, war eher Attrappe, denn Schutz. Ihm folgte ein illuminierter Spaceshuttle-Rasenmäher, begleitet von Waggis-Astronauten – auch sie effektvoll beleuchtet.

Ober Tommy Meister schliesslich proklamierte die Fasnacht vom Wagen der Frösche. Gekonnt und dem Wind trotzend, präsentierte er das Programm der Grenchner Fasnacht in Versform und zelebrierte auch den eigenen Abgang. Denn schliesslich wird der Obernarr seine Plakette nach dem Umzug am Sonntag an seinen Nachfolger Diego Kummer übergeben. Und mit diesem müsse man «keinen Kummer haben», denn der mache das sicher besser als er, wenn er dannzumal im Altersheim im Bett liege und die Grenchner Fasnächtler weiter festen.