Brunnenwasser
Bei diesem Ranking schwimmt Grenchen einmal obenauf

Das Konsumentenmagazin «Gesundheitstipp» hat im ganzen Land Brunnenwasser getestet. Der Brunnen am Vita-Parcours hat dabei hervorragend abgeschnitten.

Daniela Deck
Merken
Drucken
Teilen
Dem Brunnen wird gute Wasserqualität attestiert.

Dem Brunnen wird gute Wasserqualität attestiert.

Andreas Toggweiler

Die Stadt hat in Sachen «Brunnen» aber noch viel mehr zu bieten. 26 Wasserspender bieten Abkühlung, 20 im Siedlungsgebiet und sechs am Berg.

Die Brunnen im Siedlungsgebiet sind ans Trinkwassernetz der städtischen Wasserversorgung angeschlossen. Entsprechend können sich durstige Passanten darauf verlassen, dass die Qualität des Wassers einwandfrei ist und permanent überwacht wird. Über geschlossene Wasserkreisläufe mit Umwälzpumpen verfügen nach Aussage von Jakob Bräker, Sachbearbeiter Tiefbau auf der Baudirektion, nur zwei dieser Brunnen: derjenige auf dem Marktplatz und derjenige beim Hochhaus Hallgarten. Beide sind mit der Hinweistafel «Kein Trinkwasser» ausgestattet. Der Brunnen beim Hallgarten, der vor Wochen von einer defekten Umwälzpumpe ausser Gefecht gesetzt wurde, soll in Kürze wieder in Betrieb genommen werden.

Trinken auf eigene Verantwortung

Doch wie steht es mit den sechs Brunnen am Berg? Diese sind bei Spaziergängern und Sportlern noch viel beliebter als die Brunnen in der Stadt. Kann man dort ebenso unbesorgt den Durst löschen? Die Nachfrage bei der Bürgergemeinde, der Inhaberin der Brunnen, zeigt: Die Nutzung dieser Brunnen geschieht auf eigenes Risiko. Revierförster Patrik Mosimann erklärt: «Diese Brunnen werden von fünf verschiedenen Quellen beziehungsweise Quellensystemen gespeist. Laboranalysen der Wasserqualität kämen der Bürgergemeinde viel zu teuer. Aus diesem Grund hat die Forstkommission vor drei Jahren die Aufforderung der Stadt abgelehnt, das Brunnenwasser am Berg testen zu lassen.»

Das ist kein Grund zur Sorge, wie die Untersuchung im aktuellen «Gesundheitstipp» nun beweist. Das Konsumentenmagazin hat im ganzen Land 15 Brunnen getestet. Darunter befand sich der Brunnen beim Vita-Parcours am Dählenbrüggli-Weg. Diese Analyse attestiert dem Brunnen eine erstklassige Wasserqualität.
Untersucht wurde das Brunnenwasser auf Verunreinigung durch Keime sowie im Hinblick auf den Urangehalt. Das Resultat: Im Grenchner Quellwasser wurden weder Kolibakterien noch Enterokokken gefunden. Das Vorkommen anderer Keime ist ebenso wie der Urangehalt vernachlässigbar und stellt kein Risiko für die Gesundheit dar.

Hunde und Pferde fernhalten

Generationen von Schülern haben genau dieses Wasser getrunken. Diese Quelle habe nämlich das Schulhaus Zentrum mit Trinkwasser versorgt, ehe dieses an die öffentliche Wasserversorgung angeschlossen wurde, sagt Mosimann. Bis heute werde übrigens die Wasserversorgung des Rehwegs sowie abgelegener Wohnhäuser in Norden der Stadt von Quellen gespeist.

Patrik Mosimann und Jakob Bräker vertrauen der Wasserqualität in Grenchen. Sorgen macht ihnen höchstens die Unvernunft mancher Leute. Mosimann: «Ich beobachte gelegentlich Hündeler und Reiter an den Brunnen. Wenn die Tiere aus dem Trog trinken, ist das in Ordnung. Aber wenn die Besitzer sie am Wasserrohr herumbeissen oder lecken lassen, wird es unappetitlich. Da kann ich nur an den gesunden Menschenverstand appellieren.»

Bräker bringt eine andere problematische Entwicklung zur Sprache: «In den letzten Jahren haben immer mehr Hausbesitzer angefangen, Regenwasser zu nutzen, zum Beispiel um den Garten spritzen. Das ist eine gute Sache. Aber zur Sicherheit sollte jeder Wasserhahn, der an einen Regenwassersammler angeschlossen ist, ein «Kein Trinkwasser-Schild» tragen. Leider denken daran nur wenige Leute.»