Die beiden neuen Erdgasbusse gehören zu der Sorte Projekt, die einer Stadt zum Label «Energiestadt» verhelfen. Der «Trägerverein Energiestadt» vergibt dieses Label an Städte, die auf erneuerbare Energien und Umweltverträglichkeit setzen. Dabei gibt es verschiedene Massnahmen, mit denen eine Stadt punkten kann, wie Erich Lüdi erklärt. Er ist der Energiestadtberater von Grenchen und bespricht mit der Stadt verschiedene energiepolitische Strategien.

Mit der Inbetriebnahme von Erdgasbussen kann die Stadt in der Kategorie «öffentlicher Verkehr» eine vorgegebene Massnahme erfüllen. Gesamthaft gibt es 79 verschiedene solcher Massnahmen. Setzt eine Stadt die Hälfte davon um, wird sie Energiestadt. Aber nicht für immer. Dadurch steigt sie «in einen Prozess ein», wie Lüdi berichtet. Der «Trägerverein Energiestadt» prüft eine Stadt nämlich alle vier Jahre wieder.

Grenchen erhielt so 2008 zum ersten Mal das Label. 2012 kamen die Prüfer erneut um zu sehen, ob die Stadt seit der letzten Prüfung weitere Projekte umgesetzt oder geplant hat. «Stillstand ist Rückschritt», so Lüdi. Das Label gebe es nur, wenn eine Stadt seit der letzten Prüfung weitere Massnahmen vorweisen könne. «Dann ist es schön zu sehen, wenn eine Stadt vorwärts macht und trotz steigender Ansprüche nach umweltfreundlichen Projekten sucht.»

Mit der Zeit könnten sich nämlich Richtlinien oder Gesetze verschärfen. Diesen müsse die Stadt sich anpassen, wenn sie das Label erhalten möchte. Dabei gilt laut Lüdi auch: «Einzelne Projekte machen nicht glücklich.» Eine Energiestadt dürfe nicht nur in einer Kategorie besonders brillieren. «Sie muss verschiedene Massnahmen aus verschiedenen Themengebieten umsetzen.»

Nebst dem öffentlichen Verkehr werfen die Prüfer auch ein Auge auf Energierichtpläne, Entsorgungsstätten, oder die Bauweise von städtischen Gebäuden. So sei die Mobilität - mit dem Beispiel der Erdgasbusse - ein Punkt, der gut funktioniere in Grenchen, sagt der Energiestadtberater. Daneben zählt aber beispielsweise die Verwendung von Holzenergie bei der Sanierung von städtischen Schulen genauso. Ein Paradebeispiel wäre auch der Windpark auf dem Grenchenberg, würde dieses Projekt umgesetzt.

Auch Medienkonferenz hilft

Ob Grenchen auch 2016-2020 «Energiestadt» bleibt, entscheidet der «Trägerverein Energiestadt» an einer Sitzung Ende Monat. Dann weist die Stadt den Prüfern ihre Projekte und Strategien vor. Zu den einzelnen Punkten in diesem Bericht äussert sich Lüdi im Vorfeld noch nicht. Er bestätigt aber, dass erdgasbetriebene Busse in der Kategorie Mobilität, öffentlicher Verkehr eine Massnahme darstellen.

Und nicht nur das: Es gibt für die Stadt auch Punkte, wenn sie Plattformen nutzt, um der Bevölkerung ihre Strategien und Projekte vorzustellen. Die Medienkonferenz von Mittwoch Morgen ist ein Beispiel dafür – im Sinn von «tue Gutes und sprich davon», so Lüdi. Auch sie könnte der Stadt Grenchen in zwei Wochen Punkte für das erneute Erwerben des Labels «Energiestadt» geben.