Wie bei den Kantonalen Musikfesten der Verbandsvereine ist auch beim Jugendmusikfest der Wettbewerb, also der direkte Vergleich – konkret mit Gleichaltrigen – noch ausgeprägter von Bedeutung. Aus diesem Grund werden auch die Jugendmusikfeste nach einem eigenen Reglement ausgetragen, das 2014 beim Solothurner Blasmusikverband überarbeitet wurde. Dieses gibt den einen Teil des Festablaufes vor. Den anderen bestimmen Grösse, Alter und Besetzung der angemeldeten Jugendformationen. Sie alle erwarten einen hervorragend organisierten Wettbewerb.

Gut vorbereitete Formationen

Und das traf in Grenchen zu. Alle Wettbewerbe im Rahmen des 2. Kantonalen Jugendmusikfestes fanden im selben Lokal, dem bestens geeigneten Parktheater, statt. Interessierte hatten so die Möglichkeit, restlos alle Wettauftritte zu verfolgen. Das wurde zumindest vom Expertenteam erwartet. Das bestand aus Roland Fröscher, Monika Schütz und Pascal Schafer. Letzterer zeigte sich vom Niveau der Musikbeiträge erfreut. Es habe Freude bereitet, so restlos gut vorbereitete Formationen zu beurteilen. Genau das war auch beim Publikum zu hören. Allerdings hätte jenes zu den Wettbewerben schon noch zahlreicher aufmarschieren können. Die Ensembles und Formationen hätten teils mehr Unterstützung durch ihre «Muttervereine» verdient. Erfolgsvereine halten sich daran und profitieren davon.

Zwei Rahmenkonzerte

Für das Eröffnungskonzert am Freitag, die Gala der Jugendmusiken, wurde sowohl die SOBV-Jugend Brass Band wie das SOBV-Jugendblasorchester reaktiviert. Beide existieren genau genommen in jedem Jahr nur während der Lagerwoche. Zusätzlich konnten dazu die BML–Talents aus Luzern verpflichtet werden, die Nachwuchsformation der Bürgermusik Luzern. Im Gegensatz zu den beiden Einheimischen ist das eine ständige Formation.

Zuerst gehörte die Bühne aber den Einheimischen. Unter der Leitung von Roger Stöckli eröffnete die SOBV-Jugend Brass Band den Abend. Mit der von Ray Farr beeindruckend arrangierten «Toccata in d-moll» von Johann Sebastian Bach fand sie einen effektvollen Einstieg. Gleich darauf gab es bei Quincy Jones «Soul Bossa Nova» erstmals Szenenapplaus für den gefühlvollen Part der Flügelhornistin. Auch wenn es einen solchen bei dem unter der Leitung von Roland von Arb stehenden SOBV-Blasorchester nicht gab, hat das nichts zu bedeuten. Es präsentierte sich durchaus als gut vorbereitet. Unter der Leitung von Patrick Ottiger boten die BML Talent’s einen überzeugenden Auftritt. Da gab es bei «as a Glow» von Ludovic Neurohr schon eine zauberhafte Flügelhornpassage. Bei «Under the Boardwalk» war es dann ein ausgewachsenes Solo für dieses Instrument, gefühlvoll gespielt von Mirjam Müller. Begeistert hat auch der Auftritt der vier Perkussionisten mit «Millenium Bug».

Das Galakonzert am Samstag

Für das Galakonzert, den konzertanten Höhepunkt am Samstagabend, gelang es der Stadtmusik Grenchen, die Black Dyke Band aus England – die wohl bekannteste Brass Band weltweit - zu verpflichten. Diese auf der Bühne zu geniessen war ein Erlebnis. Entsprechend zeigte sich das Publikum beeindruckt. Sich vom Klang bei Cornet-Soli des Richard Marshall nicht faszinieren zu lassen – fast unmöglich. Die Soli auf dem Flügelhorn von Zoe Hancock oder die unglaublich virtuosen Läufe des Euphonisten Dan Thomas beeindruckten ebenso.