Champions League
Bayern feiern Sieg über Zürich mit Solothurner Weinsuppe

Nach dem Durchmarsch gegen den FCZ genoss Bayern München erst einmal ein Solothurner Wysüppli. Um danach gleich auf erneutes Losglück zu hoffen. Heute werden in Monaco die Gegner ausgelost.

Marco Mader
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Bayerns Mario Gomez trifft zum 1:0. Gefeiert wurde danach im Dolder bei einer Solothurner Weinsuppe

Bayerns Mario Gomez trifft zum 1:0. Gefeiert wurde danach im Dolder bei einer Solothurner Weinsuppe

Bayern München war gerade erst wieder auf die grosse Fussball-Bühne zurückgekehrt, da setzte Karl-Heinz Rummenigge auch schon zum Seitenhieb auf die nationale Konkurrenz an. «In der Gruppenphase sind wir in Topf eins gesetzt», betonte der Vorstandschef im Ballsaal des noblen Grand Hotels Dolder hoch über Zürich, «es gibt da einen Klub in West-Deutschland, der wahrscheinlich in Topf vier stattfinden wird.» Borussia Dortmund, sollte das heissen, ist bestenfalls «Gast» in der Champions League, der ruhmreiche FC Bayern dagegen, er kehrt heim in die Königsklasse.

Sinnieren bei einem Wysüppli

Wie gut ihm das tut, war an Rummenigges Sticheln ebenso zu erkennen wie an der zufriedenen Miene von Präsident Uli Hoeness, der richtig gut gelaunt durch die Reihen tänzelte. Davon zu träumen, dass der FC Bayern beim Endspiel am 19. Mai 2012 in der eigenen Arena erneut «nach Hause» kommen darf, hält jedoch selbst Rummenigge für kühn. «Wir sollten step by step denken und nicht heute Abend schon an den Final. Es wird unheimlich schwer, ich sehe eher Mannschaften aus Spanien und England in der Favoritenrolle», sagte er.

Ein bisschen träumen sei aber erlaubt, betonte Rummenigge beim Dinner mit Bündnerfleisch und Engadiner Nusstorte. Auch eine Solothurner Weinsuppe wurde aufgetischt und gern gegessen. «Unsere Mannschaft hat in den letzten zwei Wochen bewiesen, dass sie Grosses bewerkstelligen und an einem guten Tag die Grossen ärgern, vielleicht sogar sehr ärgern kann.»

Immerwährendes Losglück für Bayern

Das immerhin ist eine Erkenntnis des lockeren Playoff-Durchmarsches gegen den FC Zürich, der auch beim 1:0-Erfolg der Münchner im Rückspiel kein ernsthafter Gegner war: Mag sich der FCB national weiter als Klassenprimus sehen, steht er international sogar in der eigenen Wahrnehmung klar hinter Titelverteidiger Barcelona, Real Madrid, Manchester United oder Chelsea.

Da mag es beruhigen, dass bei der Auslosung der Gruppenphase keines dieser ebenfalls gesetzten Spitzenteams droht. Mit dem FC Valencia und dem FC Villarreal, Manchester City und dem SSC Neapel sind dennoch schwere Gegner möglich. «Ich hoffe, dass (Finanzchef) Karl Hopfner als Glücksfee nach Monte Carlo reist», sagte Rummenigge. Thomas Müller ergänzte: «Normalerweise haben wir Bayern immer Losglück.»

Schon mit der Aufgabe Zürich hatte es Fortuna gut gemeint mit den Bayern. Wie beim 2:0 im Hinspiel musste die Mannschaft von Trainer Jupp Heynckes auch vor 23600 Zuschauern im ausverkauften Letzigrund nicht an ihre Grenzen gehen. «Der FC Bayern sah oft aus wie ein Sportwagen, der durch eine Fussgängerzone tuckerte, fast immer im ersten Gang», kommentierte die «NZZ». Bereits nach 384 Sekunden zog Mario Gomez mit seinem Tor zum 1:0 dem Schweizer Vizemeister «den Stecker raus», wie Captain Philipp Lahm feststellte. «Danach haben wir es recht humorlos runtergespielt», meinte Müller.

Wo genau sie stehen, wissen Lahm und Co. mangels Qualität der bisherigen Gegner jedoch nicht. Auch der frühere Bayern-Trainer Ottmar Hitzfeld gab bei Sky deshalb zu bedenken: «Wenn Gegner wie Chelsea oder Barcelona kommen, kann man noch nicht sagen, ob die Defensive immer noch so sicher steht.»

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