Der Neubau der abgebrochenen Brücke über den Nidau-Büren-Kanal bei Safnern wird ein Jahr länger dauern als geplant. Dies teilt der Gemeinderat Safnern auf seiner Homepage mit. «An der Baubesprechung vom 5. Februar 2015 mit allen Beteiligten ist man zum Schluss gekommen, dass infolge Schwierigkeiten bei den Fundationsarbeiten die neue Safnernbrücke erst im Frühjahr 2016 fertiggestellt werden kann», so die knappe Mitteilung.

Laut einem Bericht des «Bieler Tagblatts» wurden die Bauarbeiten bereits im vergangenen Dezember eingestellt, dies wegen prekärer Bodenverhältnisse. Eine zusätzliche Expertise habe die spezielle Bodenbeschaffenheit im Aaregrund bestätigt, welche das ursprünglich vorgesehene Bauverfahren verunmöglichte. Dieter Winkler, Gemeindepräsident von Safnern, bestätigt diese Informationen. Die bereits gebauten Widerlager der Brücke seien nicht betroffen, wohl aber die Pfeiler, die im Wasser zu stehen kommen. In weiteren Besprechungen werde nun das Vorgehen in Zusammenarbeit mit dem Kanton und der Baufirma festgelegt. Da ohnehin klar sei, dass vorderhand nicht weiter gebaut werden könne, bestehe kein akuter Zeitdruck.

Bauen nur im Winterhalbjahr

Dies liegt darin begründet, dass während der Schifffahrtssaison nicht an der Brücke gearbeitet werden kann. Insofern war schon immer klar, dass der Zeitplan knapp bemessen ist und Schwierigkeiten sofort zu einem Jahr Verzögerung führen können. Auch Einsprachen hätten einen ähnlichen Effekt gehabt, wie Winkler gegenüber dem azGrenchner Tagblatt im vergangenen Frühjahr erläutere.

Im kommenden Herbst, nach Ende der Schifffahrtsaison werde man aber mit dem Vorsprung der bisher geleisteten Vorarbeiten beginnen können, sodass nach heutigem Ermessen der Abschluss der Bauarbeiten im Frühjahr 2016 gesichert erscheine.

Mehrkosten unausweichlich

Unausweichlich seien aber wohl die Mehrkosten, wie Winkler einräumt; wobei er hofft, dass darüber nicht unliebsame Diskussionen entbrennen. Abklärungen im Vorfeld des Bauprojekts haben folgende Aufgabenteilung ergeben: Der Kanton als Werkeigentümer der Juragewässerkorrektion (zu der der Kanal samt Brücken gehören) übernimmt die Baukosten, die bisher auf 4 Mio. Fr. veranschlagt sind; Bauherrin ist aber die Gemeinde Safnern, da über die Brücke eine Gemeindestrasse führt.

Dass die Molasse des Aaregletschers als Baugrund tückisch ist, hat sich bereits anlässlich des Baus einer neuen Aarebrücke für die Westumfahrung Solothurn gezeigt. Über die massiven Mehrkosten stritten sich die Baufirma und der Kanton noch während Jahren.

Über die hier zu erwartende Höhe der Mehrkosten kann Winkler zurzeit noch keine Angaben machen. Mit Ausnahme der Pfeiler soll die Konstruktion der Brücke in Stahlverbund-Bauweise beibehalten werden.

Stabiler als Vorgängerin

«Noch ein weiterer Grund führt zum gegenüber der Vorgängerbrücke aufwendigeren Bauverfahren», fügt Winkler an. So habe man 1971 die Pfeiler der Aarebrücke einfach in den Boden gerammt, was heute nicht mehr zulässig sei. Die Träger müssen fest verankert sein, sodass die Brücke auch bei einem Aufprall eines Aareschiffes einem Druck von 350 Tonnen gewachsen ist. Dies sei zwar sehr unwahrscheinlich, aber doch nicht ganz auszuschliessen, wie ein Zwischenfall mit der MS Rousseau kurz nach Inbetriebnahme gezeigt habe.

Auch wenn keine Hauptverkehrsachse betroffen ist: Die Bauverzögerung bedeutet auch, dass das Umwegfahren noch ein Jahr länger dauert. So wird der Verkehr weiterhin über die Eybrücke in Büren umgeleitet sowie über die Gottstatt-Brücke in Orpund.

Der Neubau der Brücke wurde nötig, nachdem eine Überprüfung im Jahr 2011 ihren schlechten baulichen Zustand gezeigt hatte.