Grenchen
Barbara Banga holt zum Gegenschlag aus: Anzeige gegen Hausbesitzerin

Barbara Banga ist eine engagierte Tierschützerin. Unter anderem befreite sie Ende März dutzende angeblich verwahrloste Tiere aus einem Keller. Jetzt hat sie deswegen eine Anzeige am Hals. Doch sie schlägt zurück und zeigt die Hausbesitzerin an.

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Im wörtlichen Sinne hat Barbara Banga das Gesetz mit Füssen getreten: Ende März verschaffte sie sich zusammen mit Tierschützern Zugang zu einer Liegenschaft an der Solothurnerstrasse.

Die Quittung hat sie nun erhalten: Eine Anzeige wegen Hausfriedensbruchs – eingereicht durch die Besitzerin des Hauses, welche selber mit den Tieren nichts zu tun hatte.

«Wie hätte sie sich denn verhalten sollen? Schön still! Und darüber nachdenken, was sie zugelassen, was in ihren Haus passiert», sagt Tierschützerin Barbara Banga.

Laut dem Tierschutz ist folgendes passiert: Tote Hühner, ein totes Lämmchen und dutzende andere Tiere, die in einem Keller auf viel zu kleinem Raum gehalten wurden.

Besitzer der Tiere sind ein junger Mann aus der Nachbarschaft zusammen mit seinem Vater. Doch auch die Hausbesitzerin, welche die Tierhaltung zuliess, treffe eine Schuld.

Unterlassene Hilfeleistung

Darum holt Banga zum Gegenschlag aus: «Sie hat die Pflicht zu handeln. Sie wusste davon, dass die Tiere eingesperrt waren. Sie hatte tote Hühner im Garten, sie musste es also gewusst haben. Und wir vom Tierschutzverein werden sie nun wegen unterlassener Hilfeleistung anzeigen.»

Die Hemmschwelle für eine Anzeige gegen Tierschützer sinke, sagt Beatrix Widmer, die sich ebenfalls für den Tierschutz in Grenchen engagiert: «Ich finde das ein riesiges Problem, dass wir uns immer wieder vor den Behörden rechtfertigen müssen. Das wir das oder jenes nicht dürfen. Andere Leute haben gar nicht mehr den Mut, irgend etwas zu melden.»

So kommt es im Fall von Grenchen zu einem juristischen Hickhack – auf die eine Anzeige folgt die nächste. Fortsetzung folgt...