Flughafen Grenchen
Bänkli weggeräumt: «Damit werden Familien bestraft, die sich korrekt verhalten»

Von den vier Sitzbänken, die auf dem Spielplatz neben dem Airport-Restaurant gestanden sind, ist nichts mehr zu sehen. Die Betreiber haben auch noch die Beton-Sockel weggeräumt. Die Aktion polarisiert die Grenchner.

Lea Durrer
Merken
Drucken
Teilen
Die Fundamente der Sitzbänke auf dem Spielplatz wurden weggeräumt.

Die Fundamente der Sitzbänke auf dem Spielplatz wurden weggeräumt.

Andreas Toggweiler

Letzten Samstag haben die Beitreiber des Airport-Restaurants und damit auch des Spielplatzes gleich daneben die Sitzflächen der vier Sitzbänke weggenommen.

Nachdem das Grenchner Tagblatt am Donnerstag über diese Aktion berichtete, sind nun auch die Fundamente der Bänke verschwunden. Es fehlt jede Spur der vier Bänke, von denen aus die Eltern ihren Sprösslingen beim Spielen zusehen konnten.

Das Thema polarisiert in Grenchen. Auf Facebook häufen sich die Kommentare. «Eine bodenlose Frechheit so etwas zu machen. Es gibt sonst schon fast keine Spielplätze für Kids», enerviert sich etwa Mario Fankhauser.

Francesca Reinmann ist derselben Meinung, was die weggeräumten Bänke betrifft. «Dann sollte klar stehen, dass die Gäste, die das Areal benützen, auch konsumieren müssen.»

57 Prozent der Leser, die an unserer Umfrage teilgenommen haben (Stand 15.30 Uhr), finden, dass die Betreiber «total überreagiert» haben. Der Rest gibt den Betreibern Recht. «Wer und wie ein Inhaber seine Angebote gestaltet, ist wie hier auf dem Flugplatz die Angelegenheit des Grundstückbesitzers und Pächter», kommentiert Beny Wyder.

Für Philipp Wyss steht fest, dass der Betreiber das Recht hat, die Bänke zu demontieren. Er habe aber auch das Recht in Zukunft das Restaurant zu meiden. «Ich werde somit das Restaurant mit meiner Familie erst wieder frequentieren, wenn die Bänke wieder montiert sind», so Wyss.

«Kein Dienstleister zum Nulltarif»

Grosses Thema ist auch der Preis für ein Glas Sirup: 2 Franken. Für einige ist das zu teuer.

Andere hingegen stützen das Restaurant. «Wenn ich für meinen Kaffee 4 Franken zahle, liegt auch noch ein Sirup für 2 Franken für mein Kind drin. Ich wüsste auch nicht, wieso der Beizer meinem Kind etwas schenken sollte», so Kurt Moos Gilomen. Ein Restaurant lebe von den Gästen, die etwas konsumieren. «Es ist kein Dienstleister zum Nulltarif für die Öffentlichkeit.»

Angemessen findet den Preis auch Angela Salvisberg. Sie hat selbst schon im Flughafen-Restaurant gearbeitet und weiss aus Erfahrung, dass viele Mütter für ihre Kinder Sirup bestellten. «Und wenn si gange si, si d sirupgleser gröschteteils no vou gsi... und mir heis dörfe wäg läre.»

Appellieren an andere Eltern

Laut Chantal Rüfenacht-Werlen würden mit dem Schritt der Spielplatz-Betreiber, die Sitzbänke wegzuräumen, wieder die Familien bestraft, die sich korrekt verhalten. «Ich bezahle den Parkplatz, ich räume meinen Müll auf und ich gehe mit meinen Kindern auch etwas trinken, auch wenn der Sirup etwas kostet.»

Für viele steht es sowieso ausser Frage, ihre Kinder alleine auf dem Spielplatz zu lassen, um währenddessen im Restaurant etwas trinken zu gehen.