Gedenktafel
Bangas Nachbar fühlt sich durch Gedenktafel für Bergahorn «gemobbt»

Das Ehepaar Banga hat ihren stattlichen Bergahorn nicht nur gekürzt sondern gefällt. Zum Gedenken hängt eine Tafel am Haus. Diese stört den Nachbarn: Er fühlt sich direkt angegriffen und will, dass das Ehepaar Banga die Platte entfernt.

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Erinnerungstafel für den Bergahorn des Ehepaars Banga

Erinnerungstafel für den Bergahorn des Ehepaars Banga

Tele M1

Der Bergahorn steht schon seit April nicht mehr im Garten von Stadtpräsident Boris Banga und seiner Frau Barbara Banga. Die am Haus befestigte Erinnerungstafel sorgt indes weiter für rote Köpfe. Bangas Nachbar fühlt sich durch die Glasplatte mit Foto und Text öffentlich angeschuldigt. Dabei ist unter anderem von einer «verstaubten Zonenvorschriften» die Rede, «wonach tatsächlich alle Bäume, die das Quartier bereichern und vernetzte Lebensqualität bieten, nicht mehr erlaubt sein sollen».

Zum Schutz all dieser Bäume und als Mahnmal hätten die Bangas ihren Bergahorn geopfert, heisst es weiter auf der Platte. Boris und Barbara Banga wünschen nur noch eines: «Möge dieser nachbarliche Wahnsinn nun ein Ende haben und keine Nachahmer finden, damit unser Bergahorn nicht vergebens sterben musste.»

Mit einem Brief fordert nun der verärgerte Nachbar - auch im Namen seiner Frau - das Ehepaar Banga dazu auf, die Glasplatte zu entfernen. «Wir haben das vollkommen deplatzierte Bild und den entsprechenden Text an Ihrer Fassade zur Kenntnis genommen», zitiert «grenchen.net» aus dem Schreiben. «Wir sind allerdings der Meinung, dass wir uns dies nicht von Ihnen gefallen lassen müssen und weisen das ‹Mobbing› des Stadtpräsidenten und seiner Frau entschieden zurück». Der Text, «der übrigens nicht der Wahrheit entspricht», müsse sofort entfernt werden.

«Nur die Wahrheit»

Barbara Banga will nichts von Verleumdung wissen, wie sie auf Anfrage erklärt. «Wir werden das Schild ganz bestimmt nicht entfernen, denn darauf steht nur die Wahrheit.» Für sie sei der Fall abgeschlossen. Man werde höchstens noch auf juristischem Weg mit der Nachbarspartei darüber verhandeln.

Die angegriffene Nachbarin versteht das nicht. Sie sei nach wie vor gesprächsbereit, und sie und ihr Mann hätten nie gewollt, dass es zu einem solchen Gestürm kommt. «Wir wollten nur, dass Bangas ihren Bergahorn zurechtschneiden, nicht, dass sie ihn fällen. Dass wir jetzt wieder attackiert werden, ist nicht fair.»

Einen Anwalt wolle man nicht einsetzen, das habe man früher schon vergebens versucht. «Alles, was wir wollen», erklärt die Nachbarin, «ist endlich unsere Ruhe.» (ldu/fup)