Geschmückt mit dem Bild der zarten Balleteuse von Edgar Degas ermöglichte das Bühnenbild volle Konzentration auf den abwechslungsreichen Programmverlauf. Diesmal hatte Ballettschulleiterin Barbara Bernard auf das Einüben eines Handlungsballetts verzichtet und stattdessen mit ihren Schülerinnen und Schülern Choreografien zu bekannten Ballettmusiken erarbeitet.

So konnte sich das Publikum, das diese alljährlichen Aufführungen als Schaufenster der Leistungsfähigkeit der in Solothurn und Grenchen beheimateten Ballettschule erlebt, ganz einlassen auf sichtbare Fortschritte der Elevinnen und der drei Eleven. Denn im Januar wirkten sie schon bei zwei hiesigen Auftritten des Russischen Nationalballets mit und hinterliessen einen erfreulichen Eindruck.

Herausragende Mädchengruppe

Aufbauend auf eine breite Nachwuchspflege verfügt die Schule über einen beachtlichen Mittelbau an jungen Tänzerinnen, die von einer begeisternden Spitze «getoppt» werden. Mit dem Quartett Vera Brotschi, ausgezeichnet mit dem diesjährigen Nachwuchsförderpreis der Stadt Grenchen, mit Yasmina Guem, Alexandra Just und Deborah Kölliker hat sich eine Mädchengruppe zusammengefunden, die über Ausstrahlung, vor allem aber über ein sicher getanztes Bewegungsvokabular im Ballettschuh und mit weicher Sohle verfügt.

Der erste Programmteil, «Etuden» genannt, stellte dem Publikum auf anmutige Weise die Grundausbildung vor. Eingestreut waren immer wieder perfekt getanzte Soli, ausgeführt durch ältere Tänzerinnen, die ihre Schrittfolgen in harmonisch schwingender Körpersprache ausführten.

Die Corps-Szenen gingen geschickt choreografiert ineinander über und schufen immer neue Bilder. Den Augenschmaus verstärkte die fantasievolle, vielfarbige Bekleidung, die zur Erzählweise der Musik passte.

Die Charaktertänze wie etwa die an Ungarn erinnernde Gestaltung zur Musik von Peter Tschaikovsky, Lortzings Holländertanz, eine «Tarantella», ein arabischer Tanz, eine «Mazurka» mit zauberhaft verwobenen Variationen, wobei die Nachwuchstänzerinnen Sara Carulli, Olivia Mitchell und Viviana Cali sich eine Extraportion Beifall holten, endete in einem Gounod-Walzer.

Das schon erwähnte Tänzerinnen-Quartett reicherte den Ablauf bildschön an. Ganz originell gelang zu hiesiger Ländlermusik ein kecker Tanz eines Terzetts mit Ballettschuh und bekleidet in Schweizerfarben.

Als gewohnt liebenswerte Inszenierung beglückte das grosse Finale. Der Blick in die strahlenden Gesichter der Heranwachsenden zeigte manche Herkunft aus anderen Ländern und bewies, dass die Schule neben der tänzerischen Ausbildung eine beachtliche Integrationsleistung erbringt.