Bettlach

«Bahnhöfli»: Zurück bleibt eine hässliche Brandruine

Das «Bahnhöfli» in Bettlach wurde komplett zerstört.

Das «Bahnhöfli» in Bettlach wurde komplett zerstört.

Vom Restaurant Bahnhof, das am Sonntagmorgen einem Brand zum Opfer fiel, stehen praktisch nur noch die Mauern. Die Brandursache konnte laut Kantonspolizei noch nicht ermittelt werden.

Mara Zbinden ist nur noch verzweifelt. Seit 17 Jahren war sie Pächterin des «Bahnhöfli» Bettlach, nun ist davon nur noch eine Ruine übrig geblieben. Ihrem Nachbarn Hans Kocher hatte sie am Tag nach dem Brand gesagt, so ein Ende hätte sie niemals erwartet. Ein Ende schon, denn im Bahnhöfli machte seit Längerem das Gerücht die Runde, der Besitzer, Heinz König aus Langendorf, erwäge den Verkauf des Grundstücks samt Gebäude. Und in diesem Fall wäre es offen gewesen, ob der neue Besitzer der Pächterin wieder einen Vertrag angeboten hätte. Gemäss unbestätigten Gerüchten sei auch die in unmittelbarer Nachbarschaft ansässige Syntes am Grundstück interessiert gewesen. König ist einen Tag vor dem Brand nach Amerika geflogen und war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

«Das ist eine Tragödie»

Gemeindepräsident Hans Kübli war am Sonntagmorgen fast gleichzeitig wie die Feuerwehr vor Ort. Es sei eine Tragödie, meint er auf Anfrage. Das «Bahnhöfli» sei eine Dorfbeiz gewesen, die fehlen werde. Aber er sei doch froh, dass niemand ernsthafter zu Schaden gekommen sei, abgesehen natürlich von den drei verletzten Personen, die ja zum Glück vergleichsweise glimpflich davongekommen seien. Der Rettungsdienst sei schon vor Ort gewesen und habe einen Mann mit Sauerstoff versorgt. Mara Zbinden sei dermassen unter Schock gestanden, sie habe ihn nicht erkannt, als er sie angesprochen habe. Er habe einen Bewohner vor dem brennenden Gebäude angetroffen, der alles verloren habe. Und da die sozialen Dienste der Gemeinde am Sonntag nichts unternehmen können, habe er persönlich diesem Mann für eine Nacht ein Dach über dem Kopf, im St. Urs und Viktor besorgt.

Der Tauchclub Solothurn war Mieter im «Bahnhöfli» und hatte dort seinen Geräteraum. 30 Tauchausrüstungen fielen dem Brand zum Opfer, das Neopren sei durch Russ und Hitze unbrauchbar geworden, ebenso die Westen, sagt Materialwart Dietmar Strehlow. Flaschen und Lungenautomaten müssten überprüft werden. Pikantes Detail: Der Tauchclub wollte in den nächsten Wochen ausziehen und hatte am Freitag den Vertrag fürs neue Lokal im Kakadu unterschrieben.

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