Grenchen

Bahn frei für eine neue Rennsaison im Velodrome

Die Track Cycling Challenge – hier die Ausgabe 2016 – wird im Dezember zum 3. Mal durchgeführt.

Die Track Cycling Challenge – hier die Ausgabe 2016 – wird im Dezember zum 3. Mal durchgeführt.

Dank Quersubventionierung durch Anlässe schreibt das Grenchner Radstadion Tissot Velodrome weiter schwarze Zahlen.

Das Velodrome Suisse, das sich seit diesem Jahr dank dem neuen Hauptsponsor Tissot Velodrome nennt, startet morgen Donnerstag, 5. Oktober, mit einem reich befrachteten Renntag in die neue Saison. Nebst den Schweizer Meisterschaften (SM) in der Mannschaftsverfolgung, welche bereits traditionell in Grenchen organisiert werden, führt das Tissot Velodrome am selben Rennabend auch die SM im Madison der Männer sowie die SM im Punktefahren und im Scratch der Frauen durch (zu den Fachbegriffen vgl. Kasten rechts).

Diese drei Meisterschaften wären eigentlich zu einem späteren Zeitpunkt im Velodrome in Aigle (VD) geplant gewesen. «Da die Bahn in Aigle momentan aufgrund von Bauarbeiten aber nicht befahrbar ist, fiel der Entscheid, auch diese Meisterschaften in Grenchen zu organisieren», erklärt Michèle Tanner, stv. Geschäftsführerin des Velodromes. So erwartet die Zuschauer zum Start in die neue Rennsaison ein ausssergewöhnlich reichhaltiger Radsportabend – die Türöffnung erfolgt um 16 Uhr, die Rennen beginnen bereits um 16.30 Uhr.

Schwarze Zahlen absehbar

In der neuen Saison werden weitere nationale Rennen durchgeführt, und zwar am 25. Januar, am 22. Februar und am 22. März. Der Rennbetrieb ist auch im fünften Betriebsjahr defizitär, räumt Tanner ein. Dank einer erfolgreichen Vermietung des Velodromes für Anlässe kann der Betrieb aber quersubventioniert werden. Insgesamt habe man bei einem Umsatz von rund 2 Mio. Fr. auch letztes Jahr schwarze Zahlen geschrieben. «Auch dieses Jahr sieht es bis jetzt gut aus», so Tanner. Im Velodrome werden 10 Personen beschäftigt, davon drei mit Teilzeit-Pensum. Gearbeitet werde normalerweise in zwei Schichten.

Dennoch sei es zunehmend schwierig, Sponsoren für Sportveranstaltungen zu finden, lässt Tanner durchblicken. Firmen verweisen auf die Wirtschaftslage oder ändern ihre Prioritäten. «Die Veranstaltungen oder auch das Lehrlingsturnen sind für uns eine wichtige Einnahmequelle», betont deshalb die stv. Geschäftsführerin. So werde die ETA dieses Jahr erstmals ihr Pensionierten-Weihnachtsessen im Velodrome durchführen oder auch die Firma Bigler aus Büren ihr Weihnachtsevent. Ein wichtiger Kunde bleibe die Landi Schweiz mit ihrer Hausmesse oder im nächsten Februar bereits zum dritten Mal auch die Roboter-Messe der Firma Stäubli. Man sei auch froh über das Berufsschul-Turnen des Kantons. «Wöchentlich werden hier 46 Sportlektionen abgehalten.» Und last but not least soll im kommenden Mai auch wieder die mia das Velodrome bevölkern.

Noch Bahn-Abos erhältlich

Gut ausgelastet sei auch die Bahn fürs Privattraining, wobei laut Tanner immer noch Saisonabos erhältlich sind. «Wenn die Leute besser Velofahren – und das ist in letzter Zeit zunehmend der Fall – können wir auch mehr Fahrer gleichzeitig auf die Bahn lassen», schildert Michèle Tanner. Wer ein Abo löst, muss zuerst einen Bahnkurs absolviert haben oder sein Können belegen. Schwerere Stürze habe es zum Glück in der fünfjährigen Velodrome-Geschichte bisher nicht gegeben. Schürfungen oder gar ein Schlüsselbein-Bruch sind aber wie bei jedem Sturz vom Velo nicht auszuschliessen. «Wir spielen hier nicht Schach oder Tischtennis», ruft sie in Erinnerung. Was Tanner bedauert ist, dass sich noch immer relativ wenig Frauen für den Bahnsport interessieren. Nur fünf bis zehn Prozent der Trainierenden seien weiblich, schätzt sie. «Woran das liegt, kann ich nicht sagen, wir versuchen aber immer wieder, auch Frauen anzusprechen.»

So wird anlässlich des nächsten Highlights, der internationalen Track Cycling Challenge vom 20. und 21. Dezember, ein Madison-Rennen der Frauen abgehalten. Die Track Cycling Challenge mit Athleten aus bisher 18 Ländern wird zum dritten Mal in Grenchen durchgeführt und schliesst den ersten Teil der Rennsaison ab.

Wieder Weltrekord-Versuch

Sportlich gibts bereits Ende nächster Woche einen nächsten Höhepunkt. Der Velo-Extremsportler Christoph Strasser aus Österreich greift den 24h-Bahnweltrekord an – vom 14. auf den 15. Oktober 2017. Der Weltrekordversuch war ursprünglich im vergangenen Jahr geplant, aber Strasser erkrankte kurz vor dem geplanten Termin. Nun fühlt sich der österreichische Ultra-Radfahrer topfit, wie er selbst in einer Medienmitteilung des Velodromes sagt: «Ich bin super in Form, top-motiviert und freue mich sehr auf die Rekordfahrt!».

Der Start ist am Samstag, 14.10., um 13 Uhr geplant, und Strasser wird versuchen, die gültige Weltrekordmarke von 903 km zu verbessern. Der Rekordversuch wird umrahmt von den Test Days seiner Velomarke Specialized, zu denen man sich im Internet anmelden kann. Für weitere Action im und ums Velodrome sorgt ein Rahmenprogramm in der Halle (Kidsparcours, Festwirtschaft).

Der Eintritt zu diesem 24-h-Event ist frei, das Tissot Velodrome ist von Samstag auf Sonntag rund um die Uhr geöffnet.

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