Grenchen
Bachstelze, Zilpzalp und Spatz: Mit dem Feldstecher einheimische Vögel auskundschaften

Der vom Vogel- und Naturschutz Grenchen organisierte Grundkurs der Vogelkunde stiess auf grosses Echo.

Marlene Sedlacek
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Auf der Vogelexkursion südlich des Stadions konnten die Teilnehmenden viele einheimische Vögel beobachten.

Auf der Vogelexkursion südlich des Stadions konnten die Teilnehmenden viele einheimische Vögel beobachten.

Marlene Sedlacek

Die Ausbeute war ausgezeichnet. Jede der drei Gruppen hatte mindestens 25 verschiedene Vogelarten gesehen oder zumindest gehört. Dabei führte die zweieinhalbstündige Exkursion nur vom Badiparkplatz zum Schulhaus Eichholz und wieder zurück. Im Rahmen des Grundkurses Vogelkunde, organisiert vom Vogel- und Naturschutz Grenchen (VNSG), hatten sich die Kursteilnehmenden am Samstagmorgen früh auf die Pirsch gemacht.

Bewehrt mit Feldstechern und Fernrohren spürten sie unter fachkundiger Leitung die Vögel auf, die im Siedlungsraum anzutreffen sind. Grün-, Buch- und Distelfinken waren zu Dutzenden rund um den Parkplatz auszumachen und in den noch wenig belaubten Bäumen gut zu beobachten.

Bachstelzen, Feld- und Hausspatzen, Ringel- und Türkentauben und sogar ein nervöser Zilpzalp präsentierten sich auf dem weiteren Rundgang gefällig auf den Ästen und liessen sich mit dem Fernrohr einfangen.

Hoch in den Lüften kreisten Rot- und Schwarzmilane. Wollte sich ein akustisch auffallendes Exemplar partout nicht blicken lassen, war schnell ein Theoriebuch zur Hand, das Aufschluss über seine Gestalt gab.

Kein Meister fällt vom Himmel

Der ausgebildete Feldornithologe Yves Thomet war sich bewusst, dass die Kursteilnehmer unmöglich bereits alle Vogelstimmen erkennen und zuordnen können. «Es heisst üben, üben, üben...» wusste er aus eigener Erfahrung. Man solle sich zuerst auf einige wenige Arten konzentrieren, empfahl er. Mit der Zeit kämen immer mehr hinzu. Er gab Eselsbrücken zum Besten, wie man sich einzelne Stimmen merken kann. So zum Beispiel, dass der Gesang des Grünfinks wie ein Reissverschluss klingt und der Zilpzalp seinen Namen sagt.

Heidi Ammann vom VNSG, Mitorganisatorin des Kurses, wertet es bereits als Erfolg, wenn die Teilnehmenden bekennen, nun viel bewusster durch die Gegend zu gehen und auf die Vogelstimmen zu achten. Neben der Bestimmung der Arten machte Thomet auch auf den unterschiedlich gestalteten Siedlungsraum aufmerksam und den Wert naturnah gestalteter Bachufer oder Hecken für verschiedenste Tiere. Sie finden dort Nahrung, Schutz und Lebensraum. Ganz im Gegensatz zum eintönigen Grün der Sportplätze.

Eine Bachstelze im Flug.

Eine Bachstelze im Flug.

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Zur Praxis gehört Theorie

Dies war die dritte von insgesamt sechs Exkursionen, die alle in der näheren Umgebung von Grenchen stattfinden. Sie haben Schwerpunkte zum Thema wie Siedlungsraum, Kulturraum oder Wald.

Doch nicht nur diese Ausflüge sind Bestandteil des Kurses. Unter der Hauptleitung von Julia Mathys lernen die Teilnehmenden an Theorieabenden viel Wissenswertes über die verschiedenen Arten: Wie sie leben, was auf ihrem Speiseplan steht und wo sie vorkommen. An den anschliessenden Exkursionen können die Vogelfreunde das Gelernte in Natura auskundschaften.

Gewaltiges Interesse

Der Vogel- und Naturschutz Grenchen wurde fast überrannt von Anmeldungen für den Ende Jahr ausgeschriebenen Kurs. «Wir konnten leider nicht alle Anmeldungen berücksichtigen», bedauert Mitorganisator Ernst Bühler vom VNSG. 25 Männer und Frauen, davon fünf Vereinsmitglieder und zwei Kinder lassen sich in die vielfältige Welt der Vögel einführen.