Bettlach
Ausstellung von Markus Leibundgut zeigt eine vielseitige Retrospektive

Bereits zum zehnten Mal stellt Markus Leibundgut im Adamhaus in Bettlach aus. Das malerische, grafische und äusserst kreative Werk begeistert.

Daniel Trummer
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Gemeindepräsidentin Barbara Leibundgut begrüsst an der Vernissage ihren Schwiegervater, den Künstler Markus Leibundgut.

Gemeindepräsidentin Barbara Leibundgut begrüsst an der Vernissage ihren Schwiegervater, den Künstler Markus Leibundgut.

Daniel Trummer

Der Bettlacher Künstler zeigt in einer Retrospektive Werke der letzten zehn Jahre. Dem Betrachter erschliessen sich verschiedenste Bilderwelten. Von Öl- und Acrylmalerei, die mutiges und gekonntes Spiel mit Farben zeigen, bis hin zu Aquarellen, wo Leibundgut seine Ideen aus der Natur pflückt und eindrücklich umsetzt. Blühende Bäume und Landschaften verführen zum Verweilen und Eintauchen in die spannende Atmosphäre der Bilder.

«Meine regelmässigen Spaziergänge und Ausflüge in die Natur haben sich in naturalistischen Impressionen niedergeschlagen», erzählt der 77-Jährige bei einem Atelierbesuch an der Moosstrasse in Grenchen. Die Bettlacher Gemeindepräsidentin, Barbara Leibundgut sprach zur Eröffnung der Ausstellung. Sie erwähnte die Vielseitigkeit des Künstlers und seine stete Neugierde. Erstmals zeigt Leibundgut Werke in einer Patchworktechnik. Er zerschneidet Bilder und setzt die Farbkompositionen neu zusammen. Es entstehen so Werke mit grosser Ausstrahlung.

Fast täglich im Atelier

Die Gemeindepräsidentin erwähnte auch die «strukturiert Seite» ihres Schwiegervaters und sprach von der Ordnung im Atelier und seinen Arbeitszeiten. «Ich bin tatsächlich fast jeden Tag im Atelier anzutreffen», erzählt der Vielschaffer. Neben der strukturierten Arbeit ist für Leibundgut die Intuition von grosser Wichtigkeit. Eingebung, Begabung und Geistesblitz bestimmen sein Schaffen ebenso wie die umfangreichen Techniken. Schon als Kind, als er in Holderbank zur Schule ging, ist sein zeichnerisches Können aufgefallen. Einer seiner Lehrer wurde Förderer, beriet und führte ihn zur perspektivischen Darstellung. Einige seiner Zeichnungen aus der Schulzeit hat Markus Leibundgut in einer Mappe aufbewahrt.

«Gesucht guter Zeichner», war ein Inserat überschrieben, das ihm eine Lehre als Graveur schmackhaft machte. Der Thaler nutzte die Gelegenheit und liess sich in Grenchen zum Graveur ausbilden. Von der Pike auf hat ihm dies den Weg zur Radierung und später zum Holzschnitt eröffnet. In der Ausstellung sind denn auch Radierungen und Holzschnitte, fantasievolle kräftige Berglandschaften zu sehen.

Nicht weit entfernt vom Beruf des Graveurs ist die Tätigkeit des Kupferstechers angesiedelt. Einem aus der Natur bekannten und nicht gerne gesehenen Kupferstecher, dem sechszähnigen Fichtenborkenkäfer, widmet der Bettlacher Künstler einige Unikate. Auf Spaziergängen hat er Rindenstücke von befallenen Bäumen gesammelt, hat sie eingefärbt, in seine Druckpresse eingespannt und aussergewöhnliche Grafiken geschaffen. Das malerische, grafische und äusserst kreative Werk von Markus Leibundgut ist eine Reise nach Bettlach wert. Möge seine Schaffenskraft und Neugierde noch lange erhalten bleiben.

Die Ausstellung dauert noch bis zum 14. Dezember 2014. Öffnungszeiten: jeweils Mittwoch, 18 – 21 Uhr, Samstag, 14 – 17 Uhr, Sonntag 10 – 12 und 14 – 17 Uhr.