Flughafen Grenchen

Aus Sicherheitsgründen bleibt der Flughafen offen: Piste und Luftraum frei für den Fotoflieger

Der PC 12 der Firma Swiss Flight Services, ausgerüstet mit hochauflösenden Kameras, beim Start in Grenchen.

Der PC 12 der Firma Swiss Flight Services, ausgerüstet mit hochauflösenden Kameras, beim Start in Grenchen.

Am Flughafen Grenchen ist der Betrieb fast zum Erliegen gekommen, dennoch bleibt er aus Sicherheitsgründen offen.

Die Fliegerei ist fast stillgelegt, einerseits auf Grund fehlender Nachfrage und andererseits auf Grund der behördlichen Einschränkungen. Dennoch wird das Personal am Flughafen Grenchen nicht die Hände in den Schoss legen. Lediglich am Morgen und am Abend sollen bei den Öffnungszeiten bis auf weiteres die erste und die letzte Stunde gestrichen werden, wobei auf Voranmeldung der Flughafen auch dann geöffnet sein wird. Das erklärt Flughafendirektor Ernest Oggier auf Anfrage.

Der Grund, die Öffnungszeiten im Tower aufrechtzuerhalten, liegt bei der Sicherheit. Grenchen müsse weiterhin als Ausweichflughafen für die umliegenden Flughäfen zur Verfügung stehen, sagt Oggier. «Was wir an Flugbewegungen noch haben, sind Rettungs- und Arbeitsflüge, letztere zum Beispiel für Holztransport, dazu Trainingsflüge der Armee.

Schulungen seien nach dem zeitweiligen Verbot unter gewissen Auflagen seit dem letzten Freitag wieder erlaubt, führt Oggier aus. Darüber sei er froh, «denn so hat der eine oder andere Fluglehrer und -schüler trotz der Krise eine sinnvolle Beschäftigung». Letzte Woche hat es zudem eine Reihe von Repatriierungsflügen gegeben (siehe Textbox).

Ideale Bedingungen für Kartierung

Wer von der Ausnahmesituation profitieren kann, sind die Firmen, die auf Luftaufnahmen der Topografie spezialisiert sind. Erstens ist die Luft aufgrund der geringen Verschmutzung klar und damit die Sicht aussergewöhnlich gut, und zweitens gibt es kaum Störungen durch andere Flugzeuge.

Eine Kartierungsfirma, die aktuell mit einem PC-12 täglich ab Grenchen unterwegs ist, ist das Neuenburger Unternehmen Swiss Flight Services (SFS). Topografie-Aufnahmen würden derzeit in den umliegenden Ländern bis nach Belgien und Grossbritannien stattfinden, erklärt Geschäftsführer Samy Dadoucha. Aufgrund der Coronakrise landet das Flugzeug nicht im Ausland, sondern kehrt nach vier bis sechs Stunden Flugzeit jeden Abend in die Schweiz zurück. Anders als in Colombier, der Heimbasis der SFS-Flugzeuge, kann die PC-12 dank der längeren Piste in Grenchen mit Volllast starten, «und aktuell brauchen wir die volle Kapazität», so Dadoucha.

Was die Arbeitsorganisation angeht, so habe SFS schon vor vier Wochen in den Krisenmodus geschaltet. Das betreffe alle Arbeitsabläufe und auch die Hygienemassnahmen, erklärt der Geschäftsführer. Aktuell werde die Situation zweimal pro Tag evaluiert und die Arbeit an die Erfordernisse angepasst.

Ein riesiger Berg von Vorschriften

«Der Unterschied von uns zu einer Airline besteht darin, dass wir keine Passagiere transportieren, sondern nur die Crew», sagt der Dadoucha. Dennoch sehe man sich mit einem Riesenberg Vorschriften konfrontiert. Es sei schwierig geworden die Kosten zu decken.

Eigentlich bietet sich jetzt die einmalige Gelegenheit, um die grossen internationalen Flughäfen aus der Luft zu fotografieren. Doch bisher habe man diese Chance für die Kartierung kaum nutzen können, so Dadoucha. Denn dort sei die Flugsicherung so stark reduziert worden, dass erneut keine Kapazität für Fotoflüge übrig ist.

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