Grenchen
Aus für die Moschee in Grenchen: Die Baubewilligung verfällt

Obwohl die albanisch-islamische Glaubensgemeinschaft AIG einen Grossteil des Geldes zusammen hat, konnte sie den Finanzierungsnachweis für den Bau in Grenchen nicht erbringen. Bis Freitag wurden die erforderlichen Unterlagen nicht eingereicht.

Patrick Furrer
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Der Bagger an der Maienstrasse steht zwar bereit, jetzt muss er aber wieder weg.

Der Bagger an der Maienstrasse steht zwar bereit, jetzt muss er aber wieder weg.

Patrick Furrer

Der 24. Mai war der letzte Tag, an dem die albanisch-islamische Glaubensgemeinschaft (AIG) den Finanzierungsnachweis für den Bau des Glaubenszentrums an der Maienstrasse, östlich des Otto-Warenhauses, bei der Baudirektion hätte einreichen können. Damit ist die Frist ungenützt verstrichen. Nachdem die Gemeinschaft vor zwei Jahren erstmals das Gesuch einreichte und dann vor einem Jahr verlängern liess, ist kein weiterer Aufschub mehr möglich.

Das Projekt der von Gegenwehr, Einsprachen und Hassattacken gebeutelten Moschee ist damit für erste gestorben. Dies, obwohl der Baubeginn vor drei Wochen auf einmal in greifbare Nähe rückte, als die AIG der Stadt einen Kontoauszug vorlegte, auf dem ein grosser Teil des nötigen Geldes von 1,5 bis 2 Millionen Franken vorhanden war. Was aber fehlte, war die Bürgschaft einer Schweizer Bank.

Die Bauverwaltung bestätigte am Freitag kurz vor Büroschluss auf Nachfrage, dass man diese erforderlichen Unterlagen bis zuletzt nicht erhalten habe. Fraglich wäre einzig, was passiert, sollte die Bauherrschaft am Freitag noch einen eingeschrieben Brief aufgegeben haben. Am Montag erst wird der zuständige Sachbearbeiter das Dossier definitiv schliessen. Er geht aber davon aus, dass die Frist verfällt. Ohnehin, sagt Adrian Cslovjecsek, hätte er die Unterlagen zwei Tage vor dem 24. Mai erhalten müssen, damit er überhaupt noch die Zeit gehabt hätte, sie zu prüfen und den Bau freizugeben.

Wie es nun weitergeht, ist ungewiss. Der Bagger auf dem Baugelände steht seit Anfang Mai bereit. Das Grundstück, das früher dem SVP-Gemeinderat Ivo von Büren gehörte, ist abgemessen und umzäunt. Die Baubewilligung war rechtskräftig, da die Auflagen der Stadt aber nicht vollständig erfüllt waren, konnte die Baustelle nicht freigegeben werden. Hätte die AIG die Maschinen gestartet, hätte die Baudirektion Massnahmen ergriffen und einen Baustopp verfügt.

Rein rechtlich gesehen könnte die Glaubensgemeinschaft ihr Gesuch nun aber einfach erneut eingeben. Das würde zwar den ganzen Verwaltungs- und Bewilligungsapparat von vorne bemühen und eine neue politische Gegenwehr auslösen, wäre aber grundsätzlich möglich. Bis auf den Finanzierungsnachweis der Bank hatte die AIG schliesslich alles zusammen.

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