Flughafen Grenchen

Aus der Attraktion wird ein Hindernis: Der Breitling-Düsenjet muss weg

Der Breitling-Starfighter, eine Attraktion der Stadt, muss weg.

Der Düsenjet beim Flughafenkreisel kommt weg. Die Eigentümerin Breitling stellt das Flugzeug vorerst bei sich an der Moosstrasse ab.

Zurzeit sind in Grenchen zwei ungewöhnliche Baugesuche publiziert. Einerseits eine «Umgestaltung Kreisel Flughafen», anderseits eine «provisorische Installation (Flugzeug)» an der Moosstrasse. Aus den Konturen des Flugzeuges in den Baugesuchsunterlagen wird zweifellos klar: es handelt sich um einen F-104 Starfighter, das legendäre amerikanische Jagdflugzeug, das seit mehreren Jahren den Kreisel beim Flughafen schmückt und das in dieser Zeit schon zu einem Wahrzeichen der Stadt geworden ist.

Es gehört der Grenchner Uhrenfirma Breitling, weshalb der Kreisel auch Breitling-Kreisel genannt wird. Das Flugzeug soll also umziehen von der Archstrasse an die Moosstrasse auf den gegenwärtigen Breitling-Parkplatz. Auch den Baugesuchen zu entnehmen: Künftig soll ein kleineres Flugzeug den Kreisel beim Flughafen schmücken.

Neue Vorschriften

Hintergrund der Zügelaktion ist die Umsetzung von neuen Sicherheitsvorschriften für den Flughafen, wie Flughafenchef Ernest Oggier bestätigt. Sie kommen nicht vom Flughafen selber, sondern von der internationalen «Airport Obstacle Chart», der Kartierung von Hindernissen im An- und Abflugbereich von Flughäfen. Diese sei 2016 verschärft worden hinsichtlich einer trichterförmigen Freihaltezone auf beiden Seiten der Pistenachse. Der Kreisel steht also neuerdings im Wege, bzw. müssen die Flugzeuge ihre Startstrecke mit neuen, höheren Sicherheitsmargen berechnen.

Aus dieser Sicht sei man übereingekommen, die Hindernisse zu beseitigen, erklärt Oggier. Man habe entsprechend das Gespräch mit dem Eigentümer des Starfighters gesucht. Die Situation soll so umgestaltet werden, dass ein Bus oder ein Lastwagen, die ohnehin auf der Archstrasse verkehren, künftig die höchsten zu überfliegenden Hindernisse darstellen. Der Starfighter ist unter anderem so hoch, weil er noch «im Steigflug» ist und auf einem entsprechenden Metallgestell steht. Einfach das Gestell wegnehmen und das Flugzeug parkieren würde zwar die Höhe auf gut 4 Meter reduzieren, dann würde das Flugzeug aber in die Kreiselfahrbahn hineinragen.

Kandelaber schon weg

Bereits beseitigt wurden die Beleuchtungskandelaber. Diese hingen laut Oggier mit dem Fussgängerstreifen zusammen, der aber ohnehin nicht die nötigen Fussgängerquerungen für seine Daseinsberechtigung erreicht habe. Also wurde der Fussgängerstreifen aufgehoben und damit konnten auch die Kandelaber entfernt werden. Der Kreisel wurde dafür für nächtliche Verkehrsteilnehmer mit zusätzlichen reflektierenden Kunstoffpylonen markiert.

Bei Breitling sieht man die Notwendigkeit der Zügelaktion ein. «Die Sicherheit muss vorgehen», anerkennt Monika Pieren auf Anfrage. Noch keine Antwort hat sie auf die Frage, wie lange die «provisorische Installation» des Starfighters auf dem Firmenparkplatz an der Moosstrasse dauert. «Bis auf weiteres», erklärt Pieren, die sich mit dem «Zügelprojekt» und anderen Flugzeugbezogenen Dossiers befasst (vgl Kasten).

Auch über die Form der Präsentation des Starfighters an seinem neuen Ausstellungsort könne sie noch keine Angaben machen. Fest stehe, dass das Flugzeug vorher noch renoviert wird und somit für einige Zeit ganz von der Bildfläche verschwinden wird.

Kunstflieger als Ersatz

Dasselbe gilt für das Ersatzflugzeug, das anstelle des Starfighters auf dem Kreisel platziert wird. Es handelt sich um die Akro-Maschine vom Typ Suchoi, die zurzeit auf dem Dach des Airport-Restaurants steht. Auch sie gehört der Firma Breitling, ist aber bedeutend kleiner als der Starfighter. Mit einer Höhe von 2,76 Meter stellt sie für den Anflugkorridor kein zusätzliches Hindernis dar.

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