Grenchen

Aus den Augen aus dem Sinn? – Kampf um die besetzten Plakatständer

Wahlkampf in Grenchen

Wahlkampf in Grenchen

Am vergangenen Wochenenende haben eifrige SVP-Wahlkämpfer ihre Spuren auf dem Grenchner Zytplatz hinterlassen. Der betroffene Ständerat Roberto Zanetti (SP) nimmts gelassen.

In der Schlussphase des National- und Ständeratswahlkampfes liegen die Nerven bisweilen blank. Weniger bei den Kandidierenden selber, als bei den Wahlkampfhelfern und Parteifunktionären. So wurde am vergangenen Freitag auf dem Zytplatz ein Wahlkampf-Plakat von Ständerat Roberto Zanetti (SP) kurzum mit dem Konterfei seines politischen Rivalen und Herausforderers Christian Imark von der SVP abgedeckt.

Ein Bier als Wiedergutmachung

Der «begünstigte» Christian Imark distanziert sich von der Aktion. Wer dahinterstecke, wisse er nicht, beteuert er auf Anfrage. Er sei aus der Bevölkerung auf das «abgeänderte» Zanetti-Plakat aufmerksam gemacht worden und habe die betreffende Person gleich autorisiert, das SVP-Plakat wieder abzunehmen. Was dann offenbar bald einmal geschah.
Imark kann sich auch einen Scherz vorstellen. Er glaube nicht, dass Roberto Zanetti das allzu ernst nehme, zumal mit seinen (Imarks) Wahlplakaten bisher noch nie so etwas vorgekommen sei. «Ich werde mich bei Roberto Zanetti mit einem Bier dafür entschuldigen. Der Vorfall ist aber weder für mich noch für ihn gravierend», glaubt Imark.
«Akzeptiert», meint Zanetti zu Imarks Wiedergutmachungsvorschlag, nachdem er das Bild mit seinem abgedeckten Plakat gesehen hat. Der SP Ständerat lässt durchblicken, dass er das ganze nicht als gravierend anschaut. Es sei eben Wahlkampf und der Eifer der Wahlhelfer könne da schon mal aus dem Ruder laufen. Selber sei ihm die Plakatiererei eher unangenehm, aber von den Parteien werde erwartet, dass sich die Kandidaten sichtbar machen. «Auch wenn sich eigentlich alle einig sind, dass sich die Leute über diese Plakate am Strassenrand nur aufregen. Am besten würden sich alle einigen, damit aufzuhören.»

Auch sei oft den Wahlhelfern nicht klar, wo das Plakatieren erlaubt sei und wo nicht. «Die Lage ist absolut unübersichtlich, weil jede Gemeinde ihre eigenen Regeln erlassen kann», meint auch Christian Imark. Da habe er insbesondere im letzten Nationalratswahlkampf Lehrgeld gezahlt.

Dem Event geschuldet?

Zurück auf den Zytplatz. Vielleicht ist die Erklärung ziemlich trivial. Die SVP hat nämlich am vergangenen Samstag dort eine Wahlkampfveranstaltung durchgeführt - inmitten von Plakaten anderer Parteien. Da musste womöglich eine kreative Lösung her, nachdem die diversen Stelen schon anderweitig besetzt waren. Nicht nur ein Zanetti-Plakat wurde nämlich umgewidmet, sondern auch ein solches des Kultur-Historischen Museums. Und weil sich offenbar daran bis jetzt noch niemand störte, dürfte dies bis nach den Wahlen so bleiben.

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