Grenchen

Aufruf des Stadtpräsidenten zu Solidarität – beim Einkaufen und bei Mietzinsen

Das Restaurant Station 1 wirbt für sein Take-away-Angebot.

Das Restaurant Station 1 wirbt für sein Take-away-Angebot.

Stadtpräsident François Scheidegger ruft in der heutigen Ausgabe des «Grenchner Stadt-Anzeigers» zur Solidarität und zur Nachbarschaftshilfe auf. Vermieter sollen Kulanz bei betroffenem Kleingewerbe zeigen.

«Die aktuelle Situation ist eine riesige Herausforderung für uns alle und verlangt solidarisches Handeln auf allen Ebenen. Unterstützen Sie unser Gewerbe, damit wir auch nach Corona noch in Grenchen einkaufen können», heisst es in dem Aufruf von Stadtpräsident François Scheidegger.

Der Stapi fordert dazu auf, die Heimlieferungen und Take-away-Angebote des Grenchner Gewerbes zu nutzen (vgl. Dienstagausgabe) und die Mitmenschen bei Besorgungen zu unterstützen. Auf der Website der Stadt Grenchen wurde ein Verzeichnis aufgeschaltet, über welche Kanäle Freiwilligenhilfe angeboten oder angefordert werden kann (www.grenchen.ch/freiwilligenhilfe).

«Ich werde auch immer wieder von Gewerbetreibenden in Existenzängsten angesprochen, ob nicht die Stadt ihnen helfen kann», sagt Scheidegger zu seinem Aufruf. Dies habe ihn veranlasst, auch die Vermieter anzusprechen. «Zeigen Sie als Vermieterin oder Vermieter von Gewerbeliegenschaften Gesprächsbereitschaft für temporäre Mietzinserleichterungen», fordert der Stadtpräsident Vermieter auf. «Die Gewerbetreibenden ihrerseits sollen nicht warten, bis sich der Vermieter meldet, sondern aktiv das Thema ansprechen», fordert er auch die Mieter auf. Diese hätten auch eine Holschuld.

Gesuch vom Parktheater eingegangen

Doch wie sieht es bei der Stadt selber aus? Für Direkthilfe habe man wenig Spielraum, meint der Stadtpräsident. Die Stadt vermiete fast nur Wohnliegenschaften. Gesuche vom Parktheater Restaurant und von einer Kita werde man aber wohlwollend prüfen. Er habe überdies die Stadtkasse angewiesen, Rechnungen sofort zu bezahlen und nicht die Zahlungsfrist abzuwarten. Was die Steuerrechnungen der Unternehmen betreffe, fielen die Vorbezugsrechnungen dieses Jahr ohnehin massiv tiefer aus, weil die Stadt die Unternehmenssteuern bereits für die laufende Periode erheblich gesenkt habe, ruft Scheidegger in Erinnerung.

Freie Einfahrt ins Coop-Parkhaus

Manche ergreifen in Coronazeiten auch selber zu ungewöhnlichen Massnahmen. Zurzeit können alle im Coop-Parking gratis parkieren. «Man beobachtete offenbar, dass die Leute am Kassenautomaten immer wieder die Tickets in den Mund nehmen, weil sie keine Hand frei haben.» So habe jedenfalls Coop die eigenmächtige Massnahme begründet. Scheidegger will hier ein Auge zudrücken, sofern dies nur vorübergehend sei. Denn eigentlich müsste man sonst die Parkgebühren überall aufheben, was seiner Einschätzung nach unverhältnismässig ist. Coop ist das einzige Parkhaus Grenchens mit Schranke und Tickets.

Bei der Bürgergemeinde werde die Lage der (geschlossenen) Bergwirtschaften beobachtet, erklärt Verwalter Renato Müller. Der Bürgerrat, welcher Mietzinse reduzieren könne, könne zurzeit nicht tagen. Da die Mietzinse aber nur halbjährlich fällig seien, sei das im Moment noch kein dringendes Problem. Falls die beschlossenen Entlastungen des Bundes (Kurzarbeit etc.) nicht genügten, sei man bei der Bürgergemeinde bestimmt gesprächsbereit, versichert Müller.

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