Grenchnerberg

Auf Erkundungstour hoch oben am Berg

Der Grenchenberg ist ein wunderschönes Naherholungsgebiet. Wenn die Badi zu ist, ruft der Hausberg umso lauter. Hier begegnet sich gerade im Herbst ein bunt gemischtes Publikum.

Beim Stierenberg stehen wenig Autos, auch der Parkplatz beim Wäsmeli ist kaum benutzt. Der Himmel zeigt sich tiefblau und klar. Die dunklen Tannen stehen unbeweglich auf der Weide, die kein Vieh mehr ernähren kann. Gegen den Romattenschwang leuchten die Blüten der giftigen Herbstzeitlosen. Die Temperaturen sind angenehm, die jungen Ahorntriebe am Wegrand tragen bereits ihr buntes Herbstkleid.

Der Mast am Fahnenhang fehlt. Auf der gegenüberliegenden Seite der Bergstrasse sind neu zwei Schweizerfahnen auszumachen, die sich bedächtig im schwachen Wind bewegen. «Die herbstliche Stimmung habe ich gern», sagt Vreni Schneider und meint damit die Stille in der Natur und die Farben. Die Wirtin vom «Untergrenchenberg» hat auf der Terrasse aufdecken lassen. Es ist nicht mehr so heiss wie vor vier Wochen.

Wo die Natur zu Hause ist

Die Forstkommission der Bürgergemeinde speist und erholt sich vom ersten Teil ihrer Exkursion. Hugo Jost hat von der Jurasternwarte aus Sonnenflecken fotografiert. Am PC wird der Grenchner die Aufnahmen bearbeiten und im Internet veröffentlichen. Er geniesst die Kaffeepause im Freien und erzählt von der Nacht des offenen Daches, die Ende Monat in der Sternwarte stattfindet.

Für den Gamsbock im Rüschgraben, nördlich der Hasenmatt, hatte vor Tagen das letzte Stündlein geschlagen. Willy von Büren hat ihn auf der Pirsch erlegt. Der Malermeister aus Bellach, der seit 50 Jahren jagt, hat das Fleisch auf den Unterberg gebracht. Sowieso: Hier kommen Gams- und Wildschweinpfeffer noch aus der Region.

Anstrengend oder idyllisch

Keuchend und schwitzend fährt ein Radfahrer vorbei, einige Gleitschirme fliegen hoch oben ihre Kurven. Auf der Weide werden die Enzianstängel gelb, Silberdisteln sind in der Spätblüte. Hans Nobs ist mit seiner Gattin zum Gedenkstein von Willi Ritschard gewandert. Er erinnert sich gern an den ehemaligen Bundesrat und kommt öfters von Lyss auf den Grenchner Hausberg.

Leichter Dunst beeinträchtigt heute die Sicht und die Alpen verstecken sich hinter Kumuluswolken. Der Rotor der Windkraftanlage beim Oberberg dreht langsam. Auch Annemarie Schmidig freut sich auf den Herbst. «Sobald die Badi zu ist, gehts aufwärts.»

Hier trifft man sich wieder

Mit ihrem Mann Alfred pachtet Annemarie Schmidig seit viereinhalb Jahren Restaurant und Hof auf dem Obergrenchenberg. Hausgemachte Lebkuchen und Apfelkuchen werden angepriesen. Zwei Hunde dösen auf den warmen Steinplatten. Unter einem Sonnenschirm rastet eine junge Familie.

Im Naturfreundehaus Schauenburg haben die aus dem deutschen Rheinfelden stammenden Wanderer genächtigt. Im Internet sind sie auf die Ausflugsvariante gestossen und zeigen sich begeistert. Ihre 9-jährige Tochter Dorothea mampft einen selbst gebackenen Nussgipfel. Gegen Abend pedalen einige Biker die Bergstrasse empor und wollen die letzten Sonnenstrahlen geniessen.

Lutz und Ralf Gelewsky haben sich mit ihren schweren Motorrädern verfahren. Die beiden Brüder sehen sich selten. Der eine wohnt in der Schweiz, der andere lebt in seiner Geburtsstadt Berlin. Hier sehen sie sich wieder. Die Grenchner Berge sind immer eine Reise wert.

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