Weit ab vom damaligen Grenchner Dorfzentrum und allein auf weiter Flur, wurde im Jahre 1898 der Grundstein für den Hof der Familie Vogt gelegt. Nämlich an der heutigen Jurastrasse, welche gegen Ende des 19. Jahrhunderts noch ein einfacher Karrenweg war. Der Grund für den gewählten Standort waren die dortigen Wasservorkommnisse gewesen. «Zu dieser Zeit entstanden entlang des Jurasüdfusses viele Aussenhöfe an solchen Wasserquellen», erklärt Konrad Vogt, der den Familienbetrieb zusammen mit seiner Frau Theres mittlerweile in der 4. Generation führt.

Während dieses Wasser früher noch existenziell für das tägliche Leben auf dem Hof gewesen war, so wird es inzwischen nur noch als Trinkwasser für die Tiere verwendet. Denn mit dem Einzug der Industrialisierung entwickelte sich auch Grenchen allmählich zur Stadt und brachte dementsprechend technologische Fortschritte wie ausgebaute Strassen und die Wasserversorgung vom Netz mit sich. Dies führte aber auch dazu, dass sich der Familienbetrieb alsbald nicht mehr ausserhalb des Dorfes, sondern am Rande des Stadtgebietes befand.

Auf Obst spezialisiert

Was dann grundlegende Umstrukturierungspläne für den gesamten Hofbetrieb nach sich zog. «Wir haben damals festgestellt, dass die Milchproduktion auf längere Sicht für uns keinen Sinn mehr macht», so Vogt. Denn der Stall war beschränkt auf 17 Milchkühe. Während der allgemeine Trend jedoch zunehmend in Richtung Laufställe und grössere Herden ging. «Innerhalb des Gebäudes hatten wir schlicht keine Erweiterungsmöglichkeiten», erklärt Vogt. 1986 fand dann mit dem Pflanzen der ersten Obstbäume der Umschwung in Richtung Obstbau als Haupterwerbsquelle statt. Von der Milchproduktion hat man sich ganz verabschiedet, dennoch trifft man auf dem Hof weiterhin Kühe an. Dies sind Mutterkühe mit ihren Kälbern. Letztere werden im Alter von 10 Monaten zu Natura-Beef verarbeitet.

Von den gut 40 Hektaren, welche die Familie Vogt an verschiedenen Standorten wie zum Beispiel in der Witi bewirtschaftet, werden zwar nur drei Hektaren von den Obstbäumen eingenommen. Aber: «Der Obstbau ist relativ arbeitsintensiv. Allein die Bewirtschaftung dieser drei Hektaren benötigt gleich viel Zeit wie der ganze Rest zusammen», erklärt der Obstbauer. Das Sortiment beinhaltet dabei verschiedene Sorten Steinobst wie Äpfel, Birnen und Zwetschgen. Besonders Letztere waren dieses Jahr besonders ertragreich. Nebst dem Obstbau wird aber auch noch Ackerbau betrieben. Diesem hat die intensive Regenzeit im Frühling aber stark zugesetzt, was besonders beim Getreide und bei den Zuckerrüben spürbar wurde.

Ein 4-köpfiges Team – bestehend aus dem Ehepaar Vogt, einem Lehrling sowie einem Festangestellten – sorgt dafür, dass auf dem Hof alles rund läuft. Für die Obsternte kommen nochmals drei bis vier Aushilfen zur Unterstützung dazu. «Jeder einzelne Apfel wird noch per Hand gepflückt», so Vogt. Rund 2500 Apfelbäume pro Hektar nennt die Familie Vogt ihr Eigen. Davon können selbst die kleinen Baumexemplare bis zu 20 kg an frischem Obst abwerfen.

Direktvermarktung im Hofladen

Ein Ziel bei der Umrüstung auf den Obstbetrieb war von Anfang an auch die Direktvermarktung. So betreibt das Familienunternehmen direkt vor Ort auch einen Hofladen. Dort findet auch jährlich der Obst – und Kürbismarkt (siehe Kasten) statt.

Im Hofladen gibt es, nebst dem eigenen Obst, auch allerlei Selbstgemachtes. So reicht das Sortiment von Schnäpsen über Konfitüren bis hin zu Geschenkkörben. Speziell für den Obst- und Kürbismarkt werden ausserdem rund 15 verschiedene Sorten von Kürbissen kultiviert. Aber nicht nur im eigenen Laden gibt es die Produkte des Hofes zu erwerben. Zusätzlich werden auch Geschäfte in der Region Grenchen-Lengnau sowie ein Grosshändler mit Obst beliefert.