Grenchen
Auf der neuen Hundewiese können die Tiere frei herumtollen

Ein kleiner Teil des Grenchner Stadtparks wurde zur Hundespielwiese umfunktioniert. Das kommt bei den Hundebesitzern gut an. Und bei den Hunden erst recht.

Andreas Toggweiler
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Ein nebliger Novembermorgen, einer bei dem man lieber in der warmen Stube bliebe. Doch für Hundebesitzer ist bei jedem Wetter immer wieder Gassi gehen angesagt und so sind denn Personen mit ihren Vierbeinern fast die einzigen, die zu dieser Zeit draussen anzutreffen sind.

Neuerdings versammeln sie sich gerne an der nordwestlichen Ecke des Stadtparks, dort wo sich der Eingang von der Lindenstrasse her befindet. Denn hier befindet sich seit kurzer Zeit eine «Hundespielwiese».

Die Ecke gleich beim Parkeingang links, auf dem sich früher ein Spielplatz befand (der aber schon lange abgeräumt und wieder begrünt ist), wurde mit einfachen Mitteln eingezäunt. Ein Bänkli lädt zum Verweilen ein und ein «Robidog» wurde aufgestellt für die Hinterlassenschaften der Vierbeiner. Um alles klar zu machen, liest man auf einem Schild «Liebe Hundebesitzer, das ist eine Hunde-Spielwiese und kein Hunde-WC».

Die Hunde haben ihren Spass

Der zweijährigen französischen Bulldogge Luna muss man das nicht erklären, besonders wenn sie zusammen mit Chico, einem gleichaltrigen Mops auf der neuen Hundewiese herumtollen darf. Die beiden Tiere freuen sich sichtlich, wenn sie von der Leine gelassen werden und zusammen spielen dürfen. Auch kleine Hunde können dabei ganz schön Gas geben...

«Ich freue mich, dass die Behörden meine Idee so rasch und unkompliziert umgesetzt haben», erklärt Elvedina Pepic, die Besitzerin von Luna. Sie habe sich vor einigen Wochen an Stadtpräsident François Scheidegger gewandt, der ein offenes Ohr für ihr Anliegen gehabt habe. «Jetzt können die Hunde in einem abgezäunten Bereich miteinander spielen, ohne dass sich Spaziergänger ängstigen müssen, wenn wir die Tiere von der Leine lassen.» Genug Bewegung und mit ihresgleichen spielen zu können sei für das Wohlbefinden der Hunde wichtig, meint sie.

Zusammen mit den Behörden habe man mehrere Standorte besichtigt, erklärt Pepic weiter. Für sie als Bewohnerin eines Wohnhochhauses im Westen der Stadt sei diese Spielwies ideal gelegen. Sie stelle fest, dass immer mehr Hundebesitzer mit ihren Gefährten hier vorbeikämen, um diesen ein paar Minuten unbeschwerte Bewegungsfreiheit zu gönnen.

Genügend Platz für alle im Stadtpark

Corinne Azizi, die Besitzerin von Chico, bestätigt dies. «Ich finde das eine tolle Sache, seit es diese Wiese gibt, komme ich mit Chico regelmässig hierher.» Laut Stadtbaumeister Aquil Briggen hat man sich für diesen Standort entschieden, weil der Stadtpark genug gross sei, um diese Ecke für die Hunde zu reservieren. Eine Einfriedung des Teilstücks sei auch mit wenig Aufwand möglich gewesen. Es handle sich überdies um ein Provisorium, das man auch problemlos wieder rückbauen könne.

Was die Hundebesitzer natürlich nicht hoffen. «Wenn sich diese Hundewiese bewährt, könnte man ja auch in anderen Stadtteilen so etwas einrichten, denn nicht alle haben es so nah wie ich», schlägt Elvedina Pepic vor.

Inzwischen ist Bianca, eine Terrierdame mit ihrer Herrin eingetroffen und gesellt sich sofort zu den beiden herumtollenden Hunden. Auch Bianca scheint sich sichtlich über die Gelegenheit zu freuen, sich frei bewegen zu können. Sie wälzt sich auf den Rücken und lässt sich von den beiden quirligen Artgenossen knuddeln.

Bisher keine Zwischenfälle beobachtet

Kann es nicht auch Zwischenfälle geben, wenn sich gewisse Hunde gegenseitig nicht vertragen? - Grundsätzlich schon, meint Initiantin Pepic. «Wenn die Hunde nacheinander schnappen oder sich gegenseitig herumjagen, gehört das aber meistens zu Spiel».»Und wenn es wirklich nicht gehe, dann seien die Hundebesitzer gefragt, ihre Lieblinge wieder an die Leine zu nehmen.

Und vielleicht warten, bis ein Hund auftaucht, mit dem sich Bello besser versteht. Von ernsten Zwischenfällen sei ihr seit Inbetriebnahme der Spielwiese jedenfalls nichts bekannt, versichert sie.

Kein einziger Bernhardiner in Grenchen

In Grenchen waren am Montag genau 964 Hunde registriert. Dies gibt Roland Schär, Leiter der Einwohnerkontrolle, nach einer Abfrage der Datenbank Amicus bekannt. In dieser schweizerischen Datenbank sind alle Tiere registriert und jeweils am 1. April ist Stichtag für die Erhebung der Hundesteuer, die in Grenchen 130 Fr. beträgt, plus eine kantonale Gebühr von 40 Franken.

Wie viele Hunde es von jeder Rasse in Grenchen gibt, ist aus der Statistik nur nach etwas Kopfrechnen ersichtlich. Ein Blick auf das Excel-Sheet zeigt, dass die Bezeichnung Chihuahua recht oft vorkommt, nämlich 83 Mal, als «Mischlinge» werden 69 Hunde bezeichnet. Man findet ferner 60 Labradore, 44 Schäferhunde (deutsche, belgische etc.), 40 Yorkshire Terrier, 36 französische Bulldoggen, 25 Border Collies, 20 Golden Retriever und 11 Mopse.

Noch nicht so durchgesetzt haben sich in Grenchen die neuen «Trendhunde» Lagotto (6) und Zwergspitz (17). Auch die einheimischen Schweizer Hunderassen sind im Vergleich relativ selten: 20 Appenzeller und 13 Berner Sennenhunde wohnen in Grenchen. Tendenziell seltener sind grosse Hunde: lediglich zwei Neufundländer und kein einziger Bernhardiner werden gezählt (at.)