Grenchen

Auf dem Werkhof arbeitet eine Truppe nur aus Männern

Gerhard Kirchhofer, seit einem Jahr im Amt als Leiter des Werkhofs Grenchen, könnte sich durchaus auch Frauen im Team vorstellen.

Gerhard Kirchhofer, seit einem Jahr im Amt als Leiter des Werkhofs Grenchen, könnte sich durchaus auch Frauen im Team vorstellen.

Gerhard Kirchhofer fühlt sich wohl als Leiter des Werkhofs in Grenchen. In der Baubranche hat er schon viel gesehen und erlebt. Nach einem Jahr im Amt zieht er Bilanz.

Seit etwas mehr als einem Jahr liegen die Geschicke des Werkhofs in neuen Händen. Und kaum jemand hat etwas bemerkt, ausser natürlich, man hatte bereits direkten Kontakt mit dem neuen Leiter. Das ist ein gutes Zeichen. Es zeugt von Kontinuität und davon, dass die Abteilung mit ihrem vielseitigen Dienstleistungs-Angebot weiterhin bestens harmoniert. Der «Neue», Gerhard Kirchhofer, bestätigt denn auch, dass er gut in Grenchen angekommen sei: «Ich traf auf ein eingespieltes Team. Dazu hat mir auch geholfen, dass mein Vorgänger Ruedi Winzenried mich in der ersten Phase noch begleitet hat.» Der Job entspreche auch exakt dem, was er sich vorgestellt habe.

Der 51-Jährige bringt ein gerütteltes Mass an Führungserfahrung mit. Bei diversen Firmen in der Baubranche hatte er schliesslich vor seinem Engagement in Grenchen bereits die Verantwortung für das Personal. Und er kennt das Metier von der Pike auf: Lehre als Strassenbauer, dann Weiterbildung zum Vorarbeiter/Polier und in der Personal-Führung.

Im Moment scheinen seine orangen Männer omnipräsent zu sein. Das hängt damit zusammen, dass neben dem Tagesgeschäft nach dem Winter auch Unterhaltsarbeiten anfallen. «Mit unserer Baugruppe reparieren wir, was wir selber erledigen können», erklärt Gerhard Kirchhofer. Dazu stehen aussergewöhnliche Reinigungsarbeiten rund um das Parktheater an. Schliesslich soll sich dieses zum sonntäglichen «Tag der offenen Tür» ordentlich herausgeputzt der Bevölkerung präsentieren können.

Den ersten Winter gut überstanden

Jetzt, da der Winter (hoffentlich) endgültig überstanden ist, kann auch ein Fazit gezogen werden. «Beim ersten Schneefall am 28. Dezember war ich tatsächlich etwas nervös, da dies doch Neuland für mich bedeutete. Meine Leute wussten aber Bescheid, jeder hat mitgeholfen und so ging alles glatt über die Bühne», führt der in Zuchwil wohnhafte, verheiratete Vater von zwei erwachsenen Kindern aus. Er sei vor allem am Telefon gefordert gewesen, da es doch diverse positive wie negative Anrufe gegeben habe. Gewisse ärgerliche Reaktionen seien auch verständlich. Zumeist habe man aber die Situation durchaus vernünftig besprechen können, fügt Gerhard Kirchhofer an.

Der Werkhof ist übrigens mit 39 Mitarbeitern noch eine reine Männerbastion. Aber wohl nicht mehr lange. Wegen fehlender Garderoben kann man im Moment schlicht keine Frauen anstellen. Dies soll sich schon bald ändern. «Die Profile sind gestellt und ich hoffe, wir können noch dieses Jahr mit den entsprechenden Arbeiten beginnen», zeigt sich der neue Chef optimistisch. «Ich hätte gerne Frauen mit an Bord. Ich habe mit gemischten Teams bisher nur gute Erfahrungen gemacht», erklärt er weiter.

Es ist zu spüren. Gerhard Kirchhofer fühlt sich wohl in seinem Job: «Die Arbeit ist äusserst vielseitig und abwechslungsreich. Man kommt mit vielen, sehr verschiedenen Leuten in Kontakt.» Er sei nicht immer so ruhig, wie es vielleicht den Anschein mache und er könne auch schon mal die Emotionen rauslassen. «Dann ist es aber auch vorbei. Nachgetragen wird nichts», meint er dazu. Das helfe enorm, die doch eher heterogene Truppe möglichst konfliktlos zu führen.

Gerhard Kirchhofer und Grenchen: Das passt auch kulturell zusammen, ist er doch aktiver Fasnächtler bei den Provinznarren in Zuchwil. Dazu singt er im Jodlerchor in Deitingen und ist seit kurzem in dieser Ortschaft auch bei der Theatergruppe tätig. Kein Wunder hat er sich in seiner Agenda einen Besuch in der Schopfbühne und dann auch bei den Freilicht-Spielen notiert.

Und es mag so auch nicht verwundern, dass er sagt: «Ich hoffe schon, dass der Werkhof Grenchen die letzte Station in meiner beruflichen Karriere ist.»

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