Es kommt nur alle paar Jahre vor, dass der Planet Merkur von der Erde aus sichtbar vor der Sonne vorbeizieht. Am Montagnachmittag war es wieder einmal so weit. Die Astrogruppe der Jurasternwarte Grenchenberg (Ajug), die dieses Jahr ihr 30-Jahr-Jubiläum feiert, benutzte diese Gelegenheit, um Grenchner Schülerinnen und Schüler in einige Geheimnisse der Astronomie einzuweihen. Im Eichholzschulhaus hatte sie ihre Teleskope aufgebaut, um dieses Schauspiel unter fachmännischer Anleitung zu zeigen.

Nur, das Wetter machte (zuerst) nicht mit und die Sonne war von Wolken bedeckt. «Darauf haben wir uns vorbereitet und wir zeigen den Merkurtransit nun halt einfach aus dem Internet», erklärt Sascha Nussbaumer, Vorstandsmitglied der Ajug. Und tatsächlich: Aus Österreich, genauer vom Observatorium der Universität Graz aus, war das Spektakel unter wolkenlosem Himmel zu beobachten und wurde in die Schulhaus-Aula übertragen. Dort fanden sich nach und nach mehrere Schulklassen ein, um live dabei zu sein und ein paar interessante astronomische Facts zu erfahren.

Mitglieder des Vereins hatten verschiedene Posten vorbereitet. So war bei Robert Baggenstos zu erfahren, dass das Merkur-Jahr 88 Tage dauert und der kleine Planet somit die Erde drei bis vier Mal jährlich überholt. «Das wäre dann ein sehr kurzes Schuljahr, wenn man dort zur Schule ginge», sagte er zu den Schülern, die sich im Halbkreis um die Videoprojektion scharten. «Doch leben könnte man dort nicht. Es gibt keine Atmosphäre, am Tag wird es 400 Grad warm und nachts minus 170», zerstörte er alle Hoffnungen auf eine rasche interstellare Schullaufbahn.

Faszinierend auch, wie man mit dem Programm «Sky Safari» virtuell durch den Weltraum düsen konnte, wie Stefan Mauerhofer auf einem Tabletcomputer vorführte. Hier konnten die Kinder erfahren, dass zwei Planeten sich zwischen Erde und Sonne schieben können: nebst dem Merkur auch noch die Venus. Doch dort sind Sonnentransits noch viel seltener: Die Venus wird erst wieder im Jahr 2125 für Beobachter in Europa vor der Sonnenscheibe sichtbar sein.

Der nächste Merkurtransit wird hingegen bereits 2019 sein und danach wieder 2032 und 2039. Optisch ist er, verglichen mit einer Sonnenfinsternis, ein relativ unspektakuläres Ereignis, das nur mit einer speziellen Ausrüstung zu beobachten ist. Als stecknadelkopfgross könnte man den schwarzen Punkt bezeichnen, der sich da allmählich von neun Uhr Richtung 17 Uhr schräg durch die untere Hälfte der Sonnenscheibe bewegte. Doch dank der bekannten Himmelsmechanik genau vorausberechenbar, was faszinierend genug ist.

Den Schülern machte jedenfalls der Nachmittag sichtlich Spass und vor allem die jüngeren Kinder stellten viele Fragen. An weiteren Posten gabs bei Margrit Konrad Informationen über die Sonne; oder bei Beatrice Bucher über die Planeten unseres Sonnensystems. Einen Blick durch ein Teleskop gabs bei Nadia Misteli zu erhaschen und zum Schluss zeigte Sascha Nussbaumer wie man aus Karton und einem Stück alter CD ein Spektrometer bastelt.

Auch Jura-Sternwarte war offen

Auch die Jura-Sternwarte war für das Publikum geöffnet und einige Besucher nutzen die Gelegenheit für einen Besuch. Als im Laufe des Tages der Himmel aufklarte, war dann doch noch ein Blick auf die Sonne möglich.

Auch die letzten drei Schulklassen im Eichholz konnten noch einen Blick ins Teleskop vor Ort werfen. Im Jubiläumsjahr (40 Jahre Sternwarte, 30 Jahre Ajug), sind noch weitere Anlässe geplant, so eine Ausstellung im ehemaligen SWG-Gebäude im Sommer und ein Vortrag mit Bruno Stanek im Herbst.