Auf dem Grenchenberg muss der Kinderskilift ersetzt werden, weil die Betriebserlaubnis der alten Anlage nicht mehr verlängert wird. Die Skilift Grenchenberg AG (SLAG) beantragte des halb den Bau eines neuen Liftes, der vom Untergrenchenberg bis zur Bergstation des «grossen» Liftes führt.

Der Gemeinderat hat am Dienstag einstimmig ja gesagt zu diesem Vorhaben und einen Investitionsbeitrag von 295'000 Fr. gesprochen. Gerechnet wird mit Gesamtkosten von 575'000 Fr., man erwartet aber verschiedene weitere Beiträge, so vom kantonalen Sportfonds (95'000 Fr.), von der Bürgergemeinde, der SWG und weiteren Sponsoren.

Nachbarn sollen mitzahlen

Auch die Nachbargemeinden Bettlach und Lengnau will man bitten, etwas an den Lift zu zahlen. Hier wird vorerst ein Beitrag von 15'000 Fr. eingesetzt, da noch keine Zusagen vorliegen. Dabei war man sich im Gemeinderat einig, dass man von den Nachbarn insgesamt mehr als diesen Betrag erwarten sollte, würden doch nicht nur Grenchner den Skilift benützen.


Die Projektautoren unter der Führung von SLAG-Verwaltungsratspräsident Christoph Rauber (Selzach) konnten aber ansonsten viel Lob einheimsen. «Es wurde in kurzer Zeit Grossartiges geleistet», meinte etwa SP-Sprecher Daniel Hafner, der im neuen Skilift eine Investition in die Zukunft sieht, welche dem neuen Wohnstandort-Projekt «Kompass» wohl anstehe.
Auch Stadtbaumeister Aquil Briggen sprach von einem guten Projekt, das die Unterstützung der Baudirektion und der Standortförderung geniesse.

Mit einer Linienführung entlang des Waldrandes füge sich die Anlage gut in die Landschaft ein. Weitere Sprecher wie Simon Klaus (CVP), Angela Kummer (SP) und Nicole Hirt (GLP) regten an, mehr Werbung für den Lift zu machen, bzw. Ferienpass und Schulen mehr einzubinden. Gerade dies soll das Ziel der neuen Anlage sein, nämlich Anfänger für das Skifahren zu begeistern, denen der andere Lift (noch) zu steil ist, wie seitens der Betreiber versichert wurde. Auch Nachtskifahren wird auf dem neuen Lift möglich sein, da eine Beleuchtung eingebaut wird.

Rechnung genehmigt

Der Gemeinderat hat ebenfalls einstimmig die Rechnung 2018 zu Handen der Gemeindeversammlung vom 18. Juni verabschiedet. Diese weist bei einem Ertrag von knapp 119 Mio. Fr. einen Überschuss von 5,465 Mio. Fr. aus. Wie Finanzverwalter David Baumgartner erläuterte sind die Verbesserungen von fast 8 Mio. Fr. gegenüber dem Budget hauptsächlich durch Einmaleffekte beim Steuerertrag und einen tieferen Gesamtaufwand bedingt. Bei den Investitionen wurde beispielsweise der Beitrag ans Turnerstadion zurückgestellt, weil dieses nicht baureif ist und auf die Beschaffung einer neuen Ambulanz verzichtet, was bei gleichzeitigen Mehreinnahmen zu einem Finanzierungsüberschuss von 3 Mio. Fr. führte.

Vom Überschuss sollen je 2,5 Mio. Fr. für die Vorfinanzierung des Bahnhofplatzes und des Schulhausausbaus Kastels verwendet werden sowie 450'000 Fr. für eine Renovation de Hôtel de Ville. Diese Verwendung wurde vom Rat ebenfalls gutgeheissen. Richard Aschberger (SVP) regte allerdings an, künftig mehr für die Sanierung von Grenchens Strassen einzusetzen. «Wir haben dort klar Nachholbedarf, können aber nicht alles aufs mal machen», meinte Stadtpräsident François Scheidegger dazu.

Empörung Luft gemacht

Zu Beginn der Ratssitzung gab FDP-Fraktionschef Robert Gerber eine persönliche Erklärung im Zusammenhang mit der Abstimmung über die Steuervorlage ab. Nachdem die Wogen bereits hoch gingen, habe das Vorpreschen von Industrieverband und Gewerbeverband hinter der Rücken der Politik am 30. April für grosse Verärgerung bei den Grenchner Behörden gesorgt, meite Gerber. «Es ist immer noch die Gemeindeversammlung, welche in Grenchen die Steuern festsetzt», zeigte sich Gerber indigniert.

Überdies habe HIV-Präsident Erwin Fischer an einer Veranstaltung im Velodrome einen «Frontalangriff» auf den Grenchner Gemeinderat gestartet, was schlechter Stil sei. Es werde versucht, den Gemeinderat zu spalten. Den Vorschlägen von Wirtschaft und Gwerbe liege zudem keine seriöse Berechnung zugrunde.