Grenchen

Auf dem Flughafen Grenchen herrschte letztes Jahr weniger Betrieb

V.l.: VR-Präsident Erich Blösch verabschiedet die langjährigen Verwaltungsratsmitglieder Konrad Farner (40 Jahre VR), Alfred Lüthi und Carlo Crivelli (je 30 Jahre VR).

V.l.: VR-Präsident Erich Blösch verabschiedet die langjährigen Verwaltungsratsmitglieder Konrad Farner (40 Jahre VR), Alfred Lüthi und Carlo Crivelli (je 30 Jahre VR).

Das schlechte Wetter machte sich letztes Jahr auf dem Grenchner Flughafen bemerkbar. So wurden 2013 rund 7% weniger Starts und Landungen verzeichnet. Weiter wurde an der 66. Generalversammlung auf ein Jahr mit vielen Events zurückgeblickt.

Die 66. Generalversammlung der Regionalflugplatz Jura-Grenchen AG (RFP) begann gleich mit zwei kleinen Pannen: Einerseits hatte man als Austragungsort das Feuerwehrmagazin an der Schmelzistrasse gewählt, um damit die gute Zusammenarbeit mit der Feuerwehr Grenchen zu unterstreichen - in einer ersten Einladung war aber die Simplonstrasse genannt, weshalb einige der Aktionäre erst mit kleiner Verspätung eintrafen.

Für die andere «Panne» war die Regierung verantwortlich, denn eigentlich wurde an ebendiesem Tag der Regierungsratsbeschluss zum weiteren Vorgehen bezüglich Pistenanpassung erwartet, aber das Geschäft wurde verschoben. Sehr zum Bedauern von Verwaltungsratspräsident Erich Blösch, der die Generalversammlung leitete und die Aktionäre gerne über das weitere Vorgehen hätte informieren wollen.

Wetter war ausschlaggebend

Blösch ging auf das vergangene Betriebsjahr ein, das wegen des schlechten Wetters etwas schwächer ausgefallen war, als das Jahr zuvor. So verzeichnete man rund 7% weniger Bewegungen: 2013 wurden 73 331 Starts und Landungen getätigt. 57 934 Passagiere wurden gezählt, etwas weniger als im Jahr zuvor.

Die Solaranlage auf den Hangars lieferte rund 4% weniger Ertrag als im Jahr zuvor, man produzierte 328 000 kWh Strom. Blösch betonte aber auch, dass die Geschäftsfliegerei proportional zugenommen habe, weil sie weniger witterungs- und saisonabhängig sei. «Diesen Bereich müssen wir ausbauen, um auf der Ertragsseite zuzulegen.»

Blösch erinnerte an die erfolgreichen Events, die 2013 durchgeführt worden waren, viele in Zusammenarbeit mit dem Aero-Club und der SMG (Segel- und Motorfluggruppe) unter dem Aspekt der Jugendförderung: Young Eagles of Switzerland (YES), SPHAIR-Kurse, Ferienpass und der internationale Austausch von Airkadetten (IACE), um nur einige zu nennen. Die Flughafenfeuerwehr hatte vier Einsätze zu leisten - im Vorjahr waren es deren 14 gewesen - die alle glimpflich abgelaufen sind, kein Personenschaden war zu verzeichnen.

Eine mit der Feuerwehr der Stadt Grenchen und dem Rettungsdienst gemeinsam durchgeführte Übung wurde mit Erfolg abgeschlossen, man werde in den nächsten drei Jahren von solchen Übungen, welche das Bazl anordnet, verschont, so der Verwaltungsratspräsident.

In Sachen Umweltschutz sei ebenfalls einiges unternommen worden: In Lengnau wurden Lärmmessungen durchgeführt, man sei innerhalb der gesetzlichen Normen geblieben.
13 Voll- und Teilzeitangestellte leisteten während 4450 Stunden ganze Arbeit, Blösch dankte ihnen für ihren Einsatz.

Neues zur Pistenanpassung

Auch ohne den Beschluss des Regierungsrates bezüglich Pistenanpassung konnte man dem Geschäftsbericht doch interessante Details entnehmen. 2010 und 2011 wurde eine Anpassung Richtung Ost ins Auge gefasst, der Regierungsrat wies aber auf die negativen Auswirkungen auf Raum und Umwelt hin und verlangte die Untersuchung einer Pistenanpassung nach Westen. 2012/2013 wurde die Projektstudie West erarbeitet.

Man klärte eine Unterführung der Archstrasse - dem Autobahnzubringer - unter der um 450 Meter verlängerten Piste hindurch ab und untersuchte mehrere Umfahrungsvarianten.

Die RFP kam nun zum Schluss, dass «aufgrund der sehr hohen Kosten eine Untertunnelung nicht zu finanzieren ist und die Auswirkungen auf Landwirtschaft und Umwelt bei einer Umfahrungslösung zu gross sind».

Diese Ergebnisse nahm auch der Regierungsrat zur Kenntnis und will einen Grundsatzentscheid fällen. In Koordinationsgesprächen im Rahmen des Sachplans Infrastruktur der Luftfahrt sollen nun alle Beteiligten konsultiert werden. Man muss davon ausgehen, dass eine Variante Ost erneut ins Zentrum des Interesses rückt - und eben deshalb war der Entscheid des Regierungsrats mit Spannung erwartet worden.

Wie Verwaltungsratspräsident Blösch betonte, läuft viel Arbeit hinter den Kulissen. Die wirtschaftliche Bedeutung des Flughafens werde ja zum Glück nicht infrage gestellt, jeder der 150 Arbeitsplätze, die mit dem Regionalflugplatz zusammenhingen, sei enorm wichtig. «So etwas aufzubauen, braucht viel Zeit. Aber um es kaputtzumachen, reicht ein Augenblick», sagte Erich Blösch.

Solide Finanzen

Finanziell steht die RFP gut da: Es wurden Investitionen von knapp einer Million getätigt, darunter auch für Unvorhergesehenes, wie das Towerdach, das in einer Nacht-und-Nebel-Aktion ersetzt werden musste.

Vorgesehenes waren ein Transitparking Flugzeuge, Pisten- und Spezialfahrzeuge, Investitionen für den GPS-Anflug Ost, der seit Juli 2013 in Betrieb ist und anderes. «Wir haben im letzten Jahr rund doppelt so viel investiert wie durchschnittlich pro Jahr in den letzten 20 Jahren.» Bei einem Umsatz von 4,5 Mio. Franken seien Investitionen in dieser Höhe doch recht beachtlich.

Unter Berücksichtigung der Abschreibungen resultierte ein Betriebsverlust von 106 000 Franken, es konnten aber aufgrund der Investitionen Rückstellungen von rund 111 000 Franken aufgelöst werden, deshalb resultierte ein knapp positives Rechnungsergebnis. Die Erfolgsrechnung, die mit einem kleinen Plus von 405 Franken schliesst, wurde einstimmig genehmigt, ebenso der Jahresbericht und das Protokoll der GV 2013.

Die Aktionäre - von insgesamt 600 Aktien waren 525 anwesend - erteilten dem Verwaltungsrat einstimmig Décharge. Einstimmig wurden auch die neuen Verwaltungsratsmitglieder gewählt.

Im Anschluss führte Feuerwehrkommandant Bruno Bider die Anwesenden durch den Feuerwehrstützpunkt und betonte die gute Zusammenarbeit mit der RFP.

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