Grenchen
Auf dem EPA-Areal sollen neue Luxuswohnungen entstehen

Seit gut zwei Jahren gehört das EPA-Hochhaus an zentraler Lage am Zytplatz Innerschweizer Investoren. Sie haben es seither innerlich still und leise umgebaut. Jetzt kommt auch noch das äussere Facelifting. Doch das ist erst der Anfang.

Andreas Toggweiler
Merken
Drucken
Teilen
Blick in die neuen Luxus-Apartments im Grenchner EPA-Hochhaus
14 Bilder
Ausbau im gehobenen Standard Die Firma Glandon Apartments GmbH hat im EPA-Hochhaus 28 Luxus-Apartments gebaut. Geplant ist jetzt ein zweites Hochhaus daneben.
Wohnzimmer
Schlafzimmer
Foyer
Esstisch
Sonnerie
Die Steuerverwaltung ist nicht mehr lange da
Die Küche ist eingerichtet
Das Logo des Vermieters ist auf jeder Tür
Das EPA Gebäude wird demnächst renoviert
Bastiaan Don, Chef der Vermietungsfirma Glandon Apartments
Auf dieser Seite soll ein Neubau für 15 Mio
Badezimmer

Blick in die neuen Luxus-Apartments im Grenchner EPA-Hochhaus

Andreas Toggweiler

«Vor zwei Tagen haben wir die Baubewilligung erhalten, wir werden also in den nächsten Tagen loslegen können», erklärt Bastiaan Don von der Firma Poli Immobilien in Meggen LU. Vorgesehen ist eine Fassadensanierung mit Wärmeisolation. Die Fassade soll künftig heller, mit dunklerer Abstufung, daherkommen.

Doch das sind eigentlich Äusserlichkeiten, auch wenn sie dem tristen Gebäude mehr als nur gut tun werden. Was die zur gleichen Unternehmensgruppe bestehende Glandon Apartments GmbH in den letzten Monaten hinter der Fassade realisiert hat, erstaunt noch viel mehr. Die Adresse Bettlachstrasse 20 umfasst nämlich inzwischen 28 luxuriös ausgebaute und fertig möblierte Apartments mit Serviceleistungen, die laut Don alle vermietet sind.

Mieter sind zahlungskräftige Singles und Paare, die lieber wohnen, als Wohnungen einzurichten und zu putzen, sowie Firmen, die sogenannte «Expats», also ausländische Mitarbeitende einquartieren. 1,5 Millionen Franken hat Glandon Apartments investiert, um die Liegenschaft innerlich auf Top-Niveau aufzuwerten.

Die stilvollen Wohnungen haben gehobenen Standard und sind zwischen 30 und 80 m2 gross. «Unsere Kunden suchen eine ruhige, aber nicht abgelegene Wohnlage mit guter Verkehrsanbindung und Einkaufssituation», erklärt Bastiaan Don weiter.

Neu mit Büro in Grenchen

Eine Stadt wie Grenchen, die noch nicht lange aus dem Dornröschenschaf erwacht ist, ist für die Investoren ein ideales Terrain. Auch das Gebäude an der Bettlachstrasse 1 (Baracoa-Liegenschaft) gehört ihnen und wurde entsprechend mit Apartments ausgebaut.

Die Firma Glandon hat seit rund drei Monaten ein Büro dort. Insgesamt vermietet sie an verschiedenen zentralen Standorten in der Schweiz rund 500 Apartments, nicht nur zu Business-Zwecken. Die Investorin Poli Immobilien hat beispielsweise unlängst auch das Bieler Hotel Elite gekauft.

In Grenchen ist aber noch nicht Ende der Fahnenstange: Wenn im Oktober die kantonale Veranlagungsbehörde auszieht, entstehen in den letzten anderthalb Etagen des sechsstöckigen Gebäudes acht weitere Luxuswohnungen. «Die Nachfrage in diesem Segment ist weiterhin intakt», meint Don.

In den nächsten Wochen wird zudem das ehemalige EPA-Selbstbedienungsrestaurant im 1. Stock zu einem (nicht öffentlichen) Eventlokal umgebaut, wie das «Bieler Tagblatt» unlängst berichtete. Für die Investoren ist das aber voraussichtlich eine Zwischennutzung.

Neues Wohn- und Geschäftshaus

Denn sie haben noch ganz andere Pläne. «Wir möchten auf dem bisherigen EPA-Parkplatz ein sechsstöckiges Wohn- und Geschäftshaus errichten», erklärt der Luzerner Franz Glanzmann, Eigentümer der Poli Immobilien.

Ein Vorprojekt mit einer Bruttogeschossfläche von ca 6000 Quadratmeter für Wohnen und 1500 Quadratmeter für Geschäftsräume wurde vom Grenchner Architekten Remo Bill entworfen, der auch das Geschäftshaus am Postplatz (im Volksmund "Titanic") damals noch für Erich Senn Architekten AG, als Projektleiter plante. Das EPA-Projekt soll demnächst den Grenchner Behörden vorgestellt werden. Glanzmann geht von einem Investitionsvolumen von 15 Mio. Fr. aus. Die bestehende Parketage soll dabei erhalten bleiben. «Parkplätze im Zentrum sind für die Stadt wichtig», erklärt Don.

Die Stadt als Eigentümerin des verbleibenden EPA-Parkplatz-Grundstücks hat Poli Immobilien ein Vorkaufsrecht eingeräumt, sofern diese ein aus ihrer Sicht sinnvolles Entwicklungsprojekt einreicht. Dieser Schritt dürfte nun bevorstehen. Die Investoren hoffen, dass sie mit dem Projekt die Erwartungen der Stadt erfüllen können.

Baulücke schliessen

Wieso sind sie gerade nach Grenchen gekommen? «Das war eher Zufall», meint Glanzmann. Nämlich durch Gebäude, welche er von der AXA übernommen habe (darunter das EPA-Haus).

Dass in Grenchen aber bezüglich Apartments noch Potenzial bestehe, habe sich bald gezeigt. «Die florierende Uhren- und Medtech-Industrie ist sehr froh um solche Apartments, mit denen sie ihrem ausländischen Personal einen angemessenen Service bieten kann, ohne selber stark involviert zu sein», sagt Bastiaan Don.

So stellt Glandon im Mietpreis inbegriffen auch eine zweiwöchentliche Reinigung. Im EPA-Haus betragen die Mietzinse zurzeit zwischen 1300 und 1800 Franken (laut Homepage von Glandon).

Die Studie der 2bm Architekten, wo Bill heute Partner ist, sieht im Bereich des bestehenden Parkplatzes im Osten des EPA-Hochhauses einen über einem zweigeschossigen Sockelgeschoss schwebenden Baukörper vor.

Dabei wird die bestehende Baustruktur aus scheibenförmigen Hochhäusern weitergeführt und durch das Schliessen der Baulücke die gewünschte Verdichtung des Stadtzentrums erreicht. Die Skelettbauweise sichert laut Architekt Remo Bill eine hohe Nutzungsflexibilität. Das zweigeschossige Sockelgeschoss eignet sich für Verkauf und Dienstleistung, darüber sind Büros und Wohnungen vorgesehen. Kommentar rechts