Zwei Siege braucht der Mann an diesem Wochenende: Am Samstag soll die Schweiz gegen Slowenien gewinnen und am Sonntag (Anstoss 15 Uhr) der FC Grenchen in Subingen. Denn Silvan Rudolf hat zwei Herzen in seiner Seele. Einerseits arbeitet er für die Schweizer Nationalmannschaft im Hintergrund als Materialverwalter, andererseits ist er seit diesem Sommer auch Trainer beim FC Grenchen.

Trainer bittet um Geduld

Was bei der Schweizer Nationalmannschaft läuft, das kann man auf allen Kanälen sehen und in allen Zeitungen lesen. Aber was ist eigentlich mit dem FC Grenchen los? Hat sich die Hoffnung, die Krise durch die Fusion mit Wacker zu überwinden, bereits in Luft aufgelöst? «Nein, nein, meine Mannschaft schlägt sich besser als erwartet, es fehlt uns nur das Erfolgserlebnis», beschwichtigt Silvan Rudolf nach vier Spielen mit ebenso vielen Niederlagen. «Im Umfeld herrscht Ruhe und alle wissen, dass man nicht von heute auf morgen Resultate erwarten darf, wenn man eine Mannschaft ganz neu zusammenstellt. Das braucht etwas Geduld.»

Nach einer desaströsen Saison und dem Abstieg wartet man also auch in der 2. Liga inter noch immer auf diesen erlösenden Moment, diesen einen Sieg, der den Knoten beim traditionsreichen aber tief gefallenen FC Grenchen 15 zum Platzen bringen soll. Die 15 im Namen steht übrigens für die Fusion mit Wacker. «Als ich im Sommer den FCG übernahm, wusste ich nicht so genau, worauf ich mich da einlasse», analysiert Rudolf die vergangenen zwei Monate. «In der Zwischenzeit habe ich einen positiven Eindruck von der Vereinsleitung und von der Mannschaft. Wir machen von Spiel zu Spiel grosse Fortschritte. Meine Aufgabe ist es, diese Mannschaft weiter zu entwickeln und ich bin mir sicher, dass das gut herauskommt.»

Wacker dominiert

Der Elan der Fusion sei nicht etwa verpufft, wie einige Leute behaupten. «Der Vorstand, das Umfeld und vor allem auch viele Zuschauer sind Leute von Wacker», sagt Silvan Rudolf. «Die erste Mannschaft ist allerdings neu zusammengestellt worden. Die zweite Mannschaft ist das frühere Wacker.» Immerhin findet man auch in der Startaufstellung der ersten Mannschaft den einen oder anderen echten Grenchner wie Mergim Sadriji oder Fabrizio Laus.

Von den vier Niederlagen solle man sich nicht zu stark beeindrucken lassen, meint der FCG-Trainer. «Zuerst hatten bekamen wir es mit den grossen Favoriten Zofingen und Red Star zu tun. Gegen Wohlen und YF Juventus waren wir sicher nicht die schlechtere Mannschaft, aber wir haben zweimal in der Nachspielzeit das entscheidende Tor kassiert.» Nun soll also am Sonntag (Anstoss 15 Uhr) beim Derby im Wasseramt dieses ersehnte Erfolgserlebnis eintreffen. Aber das wird nicht einfach: Aufsteiger Subingen ist die positive Überraschung und hat bisher noch kein einziges Meisterschaftsspiel verloren.