Mit den Freunden aus unserem Verein «friss!kultur» verbringen wir viel Zeit in unserem Parktheater, obwohl wir «nur» eine Leistungsvereinbarung mit der Stadt Grenchen für 10 Theatervorstellungen haben. Im Parktheater erlebe ich Menschen, welche seit Jahren «hinter dem Vorhang» für beste Technik zur Darbietung auf der Bühne sorgen. Ihr Engagement ist unbezahlbar und der Erfolg ist nur dank ihnen möglich; selten ist dies so klar ersichtlich, wie beim Theater. Ich wünschte mir mehr solche Menschen, welche zum Gelingen eines Amüsements beitragen.

Dabei gibt es auch Unangenehmes: An einer Theatervorstellung hat sich ein Gast beklagt, dass die ungenügende Heizung im Theatersaal ein Skandal sei. Auch in so einem wunderschönen Haus wie dem Parktheater muss die Verantwortung für den Betrieb klar sein. Was aber nicht der Fall ist! Mir liegt der Betrieb am Herzen und es reicht mir nicht, «nur» zum Gelingen unserer Leistungsvereinbarung beizutragen.

Dieses Haus hat vor Jahren mit seiner Architektur für Furore gesorgt. Es entstand eine Verbindung, in welcher sich Prominenz auf der Bühne und im Zuschauerraum ein Stelldichein gaben. Zu der Zeit galt Kultur in der Wirtschaft als Nährboden für ein wertvolles Netzwerk. Wo trifft sich die Prominenz aus Politik und Wirtschaft heute? Diese Verbindung könnte das Parktheater wieder zu einer Perle machen!

Dazu müssten die Rollen im Parktheaterbetrieb genauer geklärt werden. Wer ist für ein kulturelles Gesamtangebot verantwortlich? Liegt diese Verantwortung bei der Stadt oder überlässt man diese Rolle der Saalvermietung im Gastrobetrieb? Sollte das Parktheater nicht auch den jungen Menschen in der Region Grenchen als Treffpunkt dienen , um in Sprache, Körperarbeit und Literatur Fortschritte zu machen? Für die persönliche Entwicklung, z.B. bei einem Vorstellungsgespräch sind diese Qualitäten gefragt. Schliesslich ist auch hier der wirtschaftliche Aspekt der Kultur ersichtlich. Das Stadttheater Solothurn erhält für seine Jugendförderung namhafte Unterstützungsbeiträge. Auch in Grenchen leben viele junge Menschen, welche für den Sprung in die Erwachsenenwelt Räume und einen Ort brauchen, wo sie sich ausprobieren können.

In welche Richtung sich das Parktheater entwickelt, sollte durch die Politik entschieden werden. Brauchen wir dafür eine Betriebskommission? Wir dürfen nicht nur über Sparmassnahmen, Strassen und Sicherheit debattieren, wir müssen in die Kultur von Grenchen investieren.

*Sandra Sieber, Ersatzgemeinderätin FDP