Sappi
Auch Handelskammer wehrt sich für «Papieri»

Die Solothurner Handelskammer fordert das Sappi- Management dringend auf, die Schliessungspläne für die Papierfabrik Biberist zu revidieren. Damit sollen auch Arbeitsplätze gerettet werden.

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Papieri

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Grenchner Tagblatt

Der Widerstand gegen die anvisierte Schliessung der Papierfabrik in Biberist mit 550 Angestellten wächst. Nach Gewerkschaften, Arbeitgeberverbänden, Kanton und Gemeinden verlangt nun auch die Solothurner Handelskammer die Rücknahme der geplanten Schliessung der «Papieri».

«Keine stichhaltigen Gründe»

Die angegeben Gründe, Überkapazitäten auf dem Papiermarkt und steigende Zellstoffpreise, seien zwar nicht von der Hand zu weisen. «Sie sind aber nicht stichhaltig», präzisiert Direktor Roland Fürst. Es existierten nämlich auch ausserhalb der Schweiz Sappi-Standorte, die keine besseren Renditen aufwiesen. Der Verdacht liege deshalb nahe, dass Biberist geschlossen werden soll, weil aufgrund des liberalen Arbeitsgesetzes Massenentlassungen einfacher umsetzbar sein sollen.

Schliessung nicht akzeptierbar

Es gehe nicht an, «ein effizientes Werk mit einer gesunden Fixkostenstruktur zu schliessen». Deshalb fordert der Wirtschaftsverband Sappi auf, «von den Schliessungs-Plänen abzusehen». Sollte es trotzdem zur Schliessung kommen, sei die soziale Verantwortung wahrzunehmen. «Die Sozialpläne sind so zu gestalten, wie sie auch an anderen Sappi-Standorten ausformuliert werden müssten».
Die Handelskammer ruft zudem ihre 500 Mitglieder auf, sich aktiv mit dem drohenden Aus der Fabrik auseinanderzusetzen. Es gelte, im Rahmen des Konsultationsverfahrens Ideen für die weitere Zukunft zu entwickeln.

Hohe Solidarität

Falls es zum Schlimmsten kommen sollte, haben einige Firmen bereits ihre Hilfe signalisiert. «Es ist selbstverständlich, dass wir möglichst vielen Lernenden die Möglichkeit geben, ihren Lehrabschluss unter guten Bedingungen zu beenden», sagt Stefan Endras, Chef der Papierfabrik Utzenstorf. Und Thomas Bichler, CEO der Saber Swiss Quality Paper AG in Balsthal versichert: «Eine Übernahme von Personal oder Lernenden würden wir auf jeden Fall prüfen und wo immer möglich Hand bieten.» (FS)