Er lässt die farbigen Konfetti fröhlich durch die Luft wirbeln und auf dem Asphalt tanzen. Die Sonne ihrerseits grüsst vom blauen Himmel den Biberister Schnägg, der stolz auf dem Wagen der Lismete den Umzug eröffnet.

Das zahlreiche Publikum wird durch die fetzige Musik der Gugge zum Tanzen angeregt. Neben den einheimischen Note-Tschaupern, den Ventil-Blöterlern und den Tambouren zaubern sechs Gugge aus der Region unwillkürlich Bewegungsimpulse hervor. Bemerkenswert sind auch die fantasiereichen Kostüme und die klingenden Namen: Schrottofoniker (Bätterkinden), Iguschränzer (Recherswil), Chäslochbrätscher (Deitingen), Schnadehüdeler (Niederwil), Oeschschränzer (Subingen) und Ämmekracher (Derendingen). Auffallend viele kleine Prinzessinnen verfolgen am Strassenrand das Geschehen. Ob die baldige Hochzeit von Prinzessin Kate anregend gewirkt hat?

Hommage an die Zwiebeln

Dass im Dorf in Sachen sterbende Beizen und Pubs etwas geht, zeigt die Chnorz und Morgs GmbH. «Weisch am Wucheänd nid wohii, wie wärs mit em Pub-Mobility?», werben sie für ihr fahrbares Pub, einladend verziert mit weissen Vorhängen, Blumen und riesigen Bierflaschen.

Eine Furzidee, für einmal wissenschaftlich erwiesen nicht wortgetreu, präsentieren die Füuzlüüs: «Was wotsch jetz AKW boue, wenn uf Bio chasch vertroue?» So plädieren sie für Bio-Gas-Energie, gewonnen aus menschlichen Darmblähungen. Die beschleunigenden Verursacher – eine Unmenge Zwiebeln – führen sie nebst einem dampfenden Biogas-Reaktor auf dem Wagen gleich selber mit.

Ämmeratte ziehen um

Zwiebeln stehen auch bei den Samaritern hoch im Kurs. Zwiebelwickel, Tee, Dampfbad, Essigsocken sollen nämlich helfen, die Gesundheitskosten zu senken. Geht es nach den Buben und Mädchen des Kindergartens Bleichematt, ist den Erkältungen eh der Kampf angesagt. Als Feuerchen, mit rot-orangefarbigen Kleidern, vertreiben sie nämlich den kalten Winter mit ihrer Wärme. Bekümmert sind die «Ämmeratte» auf ihrem mit «Ghüdder» überfüllten Wagen.

Sie haben nämlich wegen der Hochwasserüberbauung an der Emme ihre Arbeit – es het ke Dräck, mir si fruschtriert – und ihr Zuhause verloren. Voller Zuversicht wollen sie nun ihr Glück im Nachbarland suchen. «ZNeapel bruchi de Cavaglieri, Spezialischte und kei Plagieri», sind sie überzeugt. Der Wagen von «Chli aber Oho» ist zwar klein, aber er hat die grosse Aufgabe, dem Publikum einen fasnächtlichen, finanziellen Zustupf zu entlocken. Entlockt wird das Publikum zum Finale nochmals selber, und zwar zum Platzkonzert der Gugge. Hier heisst es, lebensfroh und unbeschwert schaukeln und mitsingen.