Atomdebatte
Atomausstieg: Die Standortkantone reagieren nüchtern bis erfreut

Die Regierungen der AKW-Standortkantone Aargau, Bern und Solothurn reagieren nüchtern bis erfreut auf den Entscheid des Bundesrats, mittelfristig aus der Atomenergie auszusteigen.

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Blick auf das AKW Mühleberg

Blick auf das AKW Mühleberg

Keystone

Die bernische Energiedirektorin Barbara Egger-Jenzer ist froh um den Entscheid. Für den mehrheitlich dem Kanton Bern gehörenden Energiekonzern BKW könne der Ausstieg eine Chance darstellen, sagte die SP- Regierungsrätin auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA. «Ich hoffe sehr, dass die BKW den Entscheid als Chance anschaut und nun voll auf erneuerbare Energie setzt.»

Der Kanton Bern mit seinem vielen Wasser sei für die Nutzung erneuerbarer Energie prädestiniert. Egger sieht durch den Bundesratsentscheid die Energiepolitik der bernischen Kantonsregierung bestätigt.

Auch Letztere hat sich wiederholt für den Atomausstieg ausgesprochen, will diesen aber geordnet durchführen. Egger erwartet nun, dass das Eidgenössische Nuklearsicherheitsinspektorat ENSI aufzeigt, ob das bestehende AKW Mühleberg weiterbetrieben werden darf oder nicht.

Wenn die Experten die Sicherheit dieses Werks bejahten, könne es aus ihrer Sicht weiterbetrieben werden, sagte Egger-Jenzer. Nüchterner fällt die Reaktion hingegen im Kanton Aargau aus, wo sich Regierung und Parlament bislang mehrheitlich stets für die Atomkraft ausgesprochen hatten.

Solothurner Energiedirektorin: «Vernünftiger Entscheid»

Die Solothurner Energiedirektorin sprach in einer ersten Stellungnahme von einem «vernünftigen Entscheid» im Lichte der Umstände. Er gebe dem Kanton Zeit und Luft, die neuen Wege zu beschreiten. Der Entscheid sei sicher «kein Schnellschuss».

Es sei jedoch wichtig, dass man die stromintensiven Unternehmen nicht aus dem Auge verliere, damit diese nicht plötzlich die Wettbewerbsfähigkeit verlieren würden. Mit der nun beschlossenen Energiepolitik des Bundes sollte dies möglich sein.

«Wichtige Weichenstellung» für den Aargau

Der Aargauer Regierungsrat sprach von einer «wichtigen Weichenstellung». Im Aargau befinden sich mit den AKW Beznau I und II sowie dem AKW Leibstadt drei der fünf Schweizer Atomkraftwerke.

Der Regierungsrat werde nun eine energiepolitische Standortbestimmung vornehmen. Die Ergebnisse würden in der zweiten Juni-Hälfte bei der Beantwortung zahlreicher energiepolitischer Vorstösse im Grossen Rat dargelegt.