Am Abend hat Wirtschaftsförderin Karin Heimann den Gemeinderat über die geplante Ansiedlung eines Ausbildungszentrums der Maschinenindustrie auf dem Areal des ehemaligen Gaswerks orientiert. Hier sollen bis in etwa drei Jahren die Lernenden ihre überbetrieblichen Kurse besuchen können.

Mehr weiss Enzo Armellino. Der ehemalige Filialleiter der Regiobank in Grenchen - selber ursprünglich gelernter Mechaniker und Ingenieur - arbeitet seit vergangenem April als Geschäftsführer der Solothurner Swissmechanic-Sektion in Gerlafingen.

Altes von Roll-Gebäude

Der Verband der Maschinen-, Elektro- und Metallbranche betreibt dort seit 32 Jahren in der ehemaligen Von-Roll-Lehrwerkstatt ein Ausbildungszentrum für die Berufe Polymechaniker, Produktionsmechaniker, Mechanikpraktiker, Automatiker und Konstrukteur. «67 Lernende aus den Betrieben im Einzugsgebiet absolvieren zurzeit hier ihre überbetrieblichen Kurse», erklärt Armellino anlässlich eine Rundgangs durch die Lehrwerkstatt.

Diese ist zwar bezüglich Maschinenpark und und IT-Infrastruktur à jour, die Gebäude sind aber schon ziemlich in die Jahre gekommen und erinnern eher an eine alte Kaserne als an eine schulische Einrichtung. Schon seit einiger Zeit halte man Ausschau nach einem neuen Standort. Kürzlich sei das Gebäude verkauft worden und noch ein (manchmal lärmiger) Gewerbebetrieb eingezogen, was die Umzugsgedanken noch befeuerte.

Fündig wurde man auf dem Areal der SWG unweit des Bahnhofs Grenchen. «Dort gibt es schon das BBZ, das Ausbildungszentrum der Radio/TV-Branche, die Hochschule für Technik Mittelland. Und dies alles mitten in Grenchen mit einem idealen Industriellen Umfeld für Mechanik und Mikromechanik», begründet Armellino die Wahl. «Damit könnten wir mithelfen, einen vernetzten Technologie-Cluster zu begründen», so Armellino.

Inzwischen kläre man unter Beizug eines Architekten ab, was auf dem Gestaltungsplan mit mehreren Gebäuden möglich ist. Infrage kommt das direkt an die Bahn angrenzende längliche Gebäude.

Privater Investor gesucht

Für die Realisierung suche man einen privaten Investor, denn die eigenen Mittel investiere man lieber in moderne Infrastruktur für Lehrlinge. «Es gibt Interessenten und inzwischen auch schon weitere Berufsverbände, welche am Standort interessiert sind», erklärt Armellino. Mit dem modernen Ausbildungszentrum hofft er, im «Wettbewerb um die besten Köpfe» und den zunehmenden Fachkräftemangel in der Branche einen Trumpf ausspielen zu können.