Archer Noah
Archer Fasnachtszeitung gewährt gut informierten Blick in die Provinz

Die Fasnachtszeitung Archer Noah erscheint am Samstag zum 35. Mal. Kein Missgeschick wird ausgelassen.

Andreas Toggweiler
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Archer Noah

Archer Noah

Wenn man während 37 Jahren Gemeindeschreiber von Arch, der unbestrittenen Metropole im unteren Bürenamt, war und nach der Pensionierung (mutmasslich) Zeit hat für zusätzliche Recherchen, dann entsteht eine Fasnachtszeitung, von der man das Gefühl hat: die weiss jetzt wirklich alles.

Das wird erfahren, wer die inzwischen 35. Ausgabe des «Archer Noah» zur Hand nimmt: Kein Missgeschick zwischen Leuzigen und Oberwil, von dem der «Archer Noah» - in der Person von Herausgeber Christian Kurth - nicht erfahren hat und das in der stattlichen, 20 Seiten starken Ausgabe nicht mit Augenzwinkern gewürdigt würde: ein Archer Gemeinderat, der sich plötzlich als potenzieller Autodieb im (Grenchner?) Coop-Parking ertappt sieht, weil er über Gebühr lange auf der Suche nach dem Chlapf durch das Parking irrt.

Der Hundetrainer, der bestens vorbereitet zum Training erscheint - ausser dass er seinen Hund zuhause vergessen hat; die Bau- und Umweltkommission, welche bei ihrer «Lieblingsarbeit», dem Spülen von Hydranten, beträchtlichen Landschaden anrichtet oder einfach die Beizerin, welche nicht mit dem Büchsenöffner umgehen kann: nichts ist dem scharfen Auge des Archer Noah entgangen. Sogar dass man am Mittagstisch im Gemeindezentrum die Fideli in der Suppe separat nachbestellen kann...

Dabei nimmt sich die Redaktion selber auch auf die Schippe: was tun, wenn auf einer Wanderung am SlowUp Bucheggberg in Gossliwil plötzlich beide Sohlen der «Qualitätswanderschuhe» eigene Wege gehen ...?

Ableben der Parteien

Auch wohltätig macht sich der «Noah» bemerkbar und sammelt Geld für einen Velohelm für - das sei hier nicht verraten. Gemeinderat Bruno Fricker zwischen Stuhl und Bank? Der Noah weiss, wie und wo. Und sogar warum.

Leicht makaber wirds bei den Todesanzeigen: «Wir haben die schmerzliche Pflicht, Sie vom Hinschied der Ortsparteien BDP und SP/FW von Arch in Kenntnis setzen zu müssen», heisst es daselbst schwarz eingerahmt.

«Schriibet doch ou e chly positiv» - diesen immer wieder bei jeder möglichen und unmöglichen Gelegenheit an die Journaille gerichtete Forderung hat sicher auch den Noah ereilt: Gesagt getan: «Der Frauenanteil auf der Gemeindeverwaltung Arch beträgt 98 Prozent: Herzliche Gratulation», stellt das Noah-Team respektvoll fest. Es bleibt übrigens bis auf den Herausgeber anonym. Denn jeder Geheimdienst weiss: verdecktes Vorgehen ist die halbe Miete,

Der lange Arm reicht übrigens bis nach Oberwil, der neuen «Finanz-Hölle im Seeland» wo Gemeindepräsident Heinz Hugi offenbar auch allerhand Unbill widerfährt, das dem Noah nicht verborgen blieb.

Der Konsumentenschutz rät ...

Der «Archer Noah» kann ab Samstag für 5 Fr. käuflich erworben werden und zwar in allen Gastätten und Läden von Arch, Rüti und Leuzigen. Aber offenbar dank Frankenstärke noch günstiger im grenznahen Ausland. Denn der Konsumentenschutz Rät auf Seite 1: «Kauft den Archer Noah günstig in Weil (D) oder Konstanz (D). Es spielt da keine Rolle, wenn ihr mit dem Auto während 150 km die Umwelt verschmutzt!»