Es wäre eine Premiere gewesen in der Region: Am 19. September wären rund 60 Reiterinnen und Reiter in Vierergruppen an einem Rennen gestartet, das von Rüti entlang der Aare bis nach Lüsslingen, dann in den Bucheggberg über Lüterkofen-Ichertswil und Buchegg durch den Leuzigerwald über Bibern zurück nach Rüti geführt hätte. Streckenlänge 30 Kilometer. Organisiert wurde das Distanzrennen vom Reiterhof Mädishof in Rüti, geführt von Theo Bösiger und seiner Frau Mädi, Madeleine Obrecht Bösiger.

Schon vor ein paar Monaten schrieb man alle Gemeinden und Burgergemeinden auf der geplanten Route an und erbat die Genehmigung, das Rennen über das jeweilige Gemeindegebiet und durch die Wälder der Burgergemeinden durchzuführen. Alle Gemeinden gaben ihr Einverständnis, ebenso alle Burgergemeinden – ausser der Gemeinde Arch. «Die dortige Baukommission befürchtete, dass ihr Feldweg entlang der Aare durch die Pferde zu sehr in Mitleidenschaft gezogen werden könnte», erklärt Bösiger auf Anfrage.

Er habe dann mit der Gemeindepräsidentin Barbara Eggimann persönlich Kontakt aufgenommen, die dem Reitsport durchaus positiv gegenüberstehe. Aber diese habe den Entscheid der Archer Baukommission auch nicht beeinflussen können. «Ich habe vorgeschlagen, dass auf dieser Strecke beispielsweise nur getrabt wird. Denn auch an anderen Stellen, wo beispielsweise Hauptstrassen überquert werden, hätten wir Helfer eingesetzt, die dafür sorgen, dass dies nur im Schritt geschieht.» Aber die Archer Behörde bestand darauf, dass auf ihrem Gemeindegebiet auf der ganzen Strecke nur im Schritt hätte geritten werden dürfen, «und das geht ganz einfach nicht. Denn schliesslich wäre es ein Distanz-RENNEN gewesen», so Bösiger.

Gemeindepräsidentin Eggimann erklärte auf Anfrage, dass die Baukommission befürchtete, bei dieser grossen Anzahl von Pferden entstünden Landschäden, für die die Veranstalter keine Garantie übernehmen konnten. «Überhaupt haben wir im Bereich der Archbrücke entlang der Aare ohnehin schon viel Publikumsverkehr mit Spaziergängern, Familien die picknicken, Badegästen und so weiter. Unter diesem Aspekt ist die Entscheidung der Archer Baukommission verständlich.»

Bösiger hatte das Rennen noch nicht öffentlich ausgeschrieben, aber die etlichen freiwilligen Helferinnen und Sponsoren organisiert. «Es wäre ein Rennen in zwei Kategorien gewesen: ‹Pleasure›, in der in erster Linie reitbegeisterte junge Mädchen gestartet wären, und EVG 1 für brevetierte Reiterinnen und Reiter.» Bösigers, die selber an vielen Distanzrennen im In- und Ausland teilnehmen, wollten das Rennen auch im nächsten Jahr organisieren, falls es in diesem Jahr mit Erfolg hätte durchgeführt werden können. Man hätte noch eine weitere Kategorie EVG 2 starten lassen, die den Parcours dann zweimal absolvieren, also 60 Kilometer zurücklegen. Ob sie allerdings nächstes Jahr einen neuerlichen Versuch starten, bleibt noch offen.