Seit genau 50 Jahren setzt sie sich für den Schutz der Aare und ihrer landschaftlichen Umgebung ein: die Arbeitsgemeinschaft zum Schutz der Aare (ASA). Gemeinsam kämpfte man gegen den Ausbau der Lastschifffahrt auf der Aare zwischen dem Bielersee und der Mündung in den Rhein. Gemeinsam wehrte man sich gegen die Juragewässerkorrektionen.

An der Mitgliederversammlung in Altreu blickte ASA-Präsident Andreas Steinmann stolz auf die Erfolge der Vergangenheit zurück. Der Verein setze sich noch immer für die Renaturierung und die Erhaltung der Aarelandschaft ein und zähle dabei auf die Zusammenarbeit mit dem Kanton, so Steinmann. Er fügte allerdings an, dass in manchen Gebieten ein Konflikt zwischen Naturerhaltung und wirtschaftlichem Nutzen bestehe.

«Mittels Salamitaktik»

Im Kampf gegen die Zerstörung der Aareumgebung ist die Zusammenarbeit mit anderen Umweltverbänden zentral. Gemeinsam sollen «schädliche Eingriffe in die Aarelandschaft» verhindert werden. Das grösste politische Thema, das den Verein momentan beschäftigt, ist die geplante Pistenverlängerung am Flughafen Grenchen. Nach der Verlängerung um 150 Meter vor einigen Jahren ist die heute geplante Verlängerung aus Sicht der ASA nichts anderes als «ein schleichender, mittels Salamitaktik vermittelter Eingriff in die Aarelandschaft».

«Die Witi ist das grösste noch unbebaute Gebiet in der ganzen Region», bemerkte Steinmann. Ausserdem wäre durch die Zweiteilung des Gebietes das biologische Gleichgewicht nicht mehr gewährleistet. Die Artenerhaltung sei daher bei einer Verringerung des Gebietes nicht mehr im heutigen Ausmasse möglich. Im Rahmen einer Resolution gegen die Pistenverlängerung hat die ASA bereits erste Schritte in die Wege geleitet. Nun wolle man erst mal abwarten und den weiteren Verlauf des Geschäfts verfolgen.

Roland Fürst: Nichts zur Piste

Regierungsrat Roland Fürst (CVP) nahm sich Zeit, um an der Mitgliederversammlung der ASA dabei zu sein. Der Regierungsrat ergriff das Wort, äusserte sich jedoch nicht weiter zur Hauptsorge des Vereins – diese ist gleichzeitig das derzeit wichtigste Dossier des Baudirektors. Wer Informationen zum aktuellen Stand in Sachen Pistenverlängerung am Flughafen Grenchen erwartet hatte, kam nicht auf seine Kosten. Stattdessen lobte Fürst vor allem die Wasserqualität, «die so gut ist wie schon lange nicht mehr».

Der Biologe schnitt aber auch die Arbeiten an, die der Kanton künftig angehen möchte. So beispielsweise die Sanierung der Abwasserreinigungsanlagen und die allgemeine Renaturalisierung der Solothurner Gewässer. Für ihn sei die Zusammenarbeit mit Vereinigungen wie die ASA wichtig, betonte Fürst. Der Regierungsrat ist denn auch zuversichtlich, «dass sich künftig mehr als nur die Wasserqualität verbessern wird».