Grenchen
Ansturm bei der Erzählnacht: «Ich hätte fast ein Mikrophon gebraucht»

Wie gewinnt der Hase das Seilziehen gegen den Wal? Indem er im Schutz der Dünen das andere Ende des Seils um den Bauch des Elefanten bindet. Mit ihren Geschichten zog die Märchenerzählerin Andrea Hofmandie Kinder an der Erzählnacht in ihren Bann.

Daniela Deck
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Erzählnacht in Grenchen
8 Bilder
Zuhören macht durstig
Was sie hören, scheint spannend zu sein
Immer nur zuhören geht nicht, zwischendurch etwas zeichnen tut gut
Erzählerin Andrea Hofman vor versammelter Runde
Die Einen finden es erheiternd, andere weniger
Die Mimik sagt alles
Die einen wissen schon Bescheid, andere überlegen noch

Erzählnacht in Grenchen

Hansjörg Sahli

Die Aula im Schulhaus I war voller Kinder im Alter zwischen fünf und zehn Jahren, als Hofmans Windspiel die Erzählnacht einläutete, die landesweit an fast 700 Orten durchgeführt wurde. So gespannt waren die Kinder, dass es manchen schwerfiel, auf dem Boden sitzen zu bleiben.

Häufige Pausen zum Herumrennen, Basteln, Zeichnen und Essen der bereitgestellten Weggli und Schoggi-stängeli trugen dem Rechnung.

Pech für den diebischen Lehrer

«Geschichten zum Schmunzeln» standen auf dem Programm. Aber Kinder schmunzeln nicht. Sie triumphieren mit der Gerechtigkeit, freuen sich, wenn der Tod überlistet wird, empfinden Mitleid mit Armen und Schwachen. Und sie lachen lauthals.

Wiederholungen garantieren in Kindergeschichten Lacher. Geschickt hob die Märchentante Repetitionen mit Bewegungen hervor, die die Kinder begeistert nachahmten. Auch die Geschichte, bei der ein diebischer Lehrer am Apfelbaum kleben bleibt, würdigten die Schülerinnen und Schüler schadenfroh.

«Ich hätte nicht gedacht, dass so viele Kinder kommen», freute sich Andrea Hofman in einer Pause, bevor sie die Hände der Kinder mit einem Erzählnachtstempel versah. «Es sind so viele, dass ich schon fast ein Mikrofon bräuchte.»

Doch daran hatte niemand gedacht. Andrea Hofman bat geduldig immer wieder um Ruhe, und im Lauf des Abends trennten sich die Märchenliebhaber von den Kindern, die es mehr genossen, für einmal so richtig durch die Schulkorridore toben zu dürfen.

Die wenigen Eltern, die mit ihren Kindern in der Aula geblieben waren, unterstützten die Märchenpädagogin beim Singen und Spielen, während die Bibliothekarinnen mit Helferinnen in den übrigen Stockwerken zum Rechten schauten.

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