«Ich sehe mich als Grenchnerin. Ich könnte mir nicht vorstellen, woanders zu leben.» Deshalb will sie etwas verändern. «Anfang 20 war es noch die Welt», erzählt sie lachend. Heute weiss sie: Mit den Veränderungen beginnt frau am besten im eigenen Umfeld. «Und in der Gemeinde.»

2009 trat Kummer der SP bei. Nach langem Überlegen. «Ich bin sozial eingestellt, setze mich für Bildung und Kultur ein. Eine zu weiche linke Politik halte ich aber für realitätsfremd.» Nun möchte die 31-Jährige frischen Wind in den Gemeinderat bringen. «Ich halte eine altersmässig bessere Durchmischung für sinnvoll. Natürlich ist aber auch Erfahrung wichtig.» Daran mangelt es Kummer trotz ihres Alters nicht. Als Präsidentin der Kulturkommission, Vorstandsmitglied der SP Grenchen, Museumsleiterin und Mitglied der Fachkommission Kulturaustausch des Kantonalen Kuratoriums für Kulturförderung ist sie vielseitig engagiert. Und weiss, was sie will: Grenchen als Wohnstatt fördern.

Familie und Beruf vereinbaren

So sieht die junge Mutter Nachholbedarf in der Vereinbarkeit von Familie und Beruf. «Ich will als Mutter auch nicht hundert Prozent arbeiten. Aber viele Frauen hält die Familie ganz vom Arbeiten ab.» Sie spricht von wirtschaftlichem «Blödsinn», verzichten doch gut ausgebildete Frauen auf die Ausübung eines Berufs. Sie selbst habe sich mit Partner und Familie arrangiert. «Das können aber nicht alle, daher braucht es mehr externe Betreuungsmöglichkeiten.» Nicht dass diese vom Staat erzogen würden. Die Eltern sollten aber ihrem Beruf nachgehen können. Auch für Teilzeitarbeit für Männer möchte sie sich einsetzen.

Einen zweiten Schwerpunkt legt Kummer auf die Kultur. «Kultur macht den Menschen aus und trägt zur Lebensqualität bei.» Jeder sei mit Kultur verbunden, sei es durch Sport, Musik oder Theater. Und «Kultur bedeutet auch Kulturen» und habe somit mit Integration zu tun. «Gibt es ein attraktives kulturelles Angebot, so bleiben die Leute da.»

Weiter dürfte Grenchen in Sachen erneuerbarer Energie mit gutem Beispiel vorangehen. «Da bräuchte es auch vermehrt Anreize für Private.» Auch das ein weiteres Anliegen, das Kummer vertreten möchte, würde sie in den Gemeinderat gewählt. Ihre Chancen dafür schätzt sie als «nicht allzu schlecht» ein. Immerhin hat sie in den Kantonsratswahlen schon ein beachtliches Resultat hingelegt. Freuen würde sie sich auf jeden Fall. «Denn ich habe das Bedürfnis, mehr mitzureden.» (bk)